Studie: Supply-Chain-Management und Logistik im Omni-Channel-Handel

Autor: Osman Cetinkaya
Datum: 16.12.2015

Fest steht: Obwohl die Märkte und Verbraucher nach Omni-Channel-Strategien verlangen, sind viele Unternehmen dazu noch nicht bereit. Doch die erfolgreiche Verknüpfung aller Vertriebskanäle bringt mehr Kunden, eine stärkere Bindung, eine höhere Profitabilität und einen schnelleren Umschlag.

Der Logistiker DHL hat jüngst gemeinsam mit dem Datenanalyse-Anbieter IDC Manufacturing Insights eine umfassende Untersuchung zur Rolle der Logistik bei Omni-Channel-Lösungen durchgeführt. Der DHL Omni-Channel Logistics Trend Report zeigt, dass der Logistikindustrie bei der Transformation hin zu einem solchen Geschäftsmodell eine große Bedeutung zukommt.

Viele Unternehmen würden laut Studie erkennen, dass traditionelle, auf einzelne Absatzkanäle ausgerichtete Ansätze, den Ansprüchen der Verbraucher nicht genügen. Der Verbraucher will nicht nur jederzeit und überall einkaufen können und seine Waren zu jeder Zeit an jeden beliebigen Ort geliefert bekommen. Das fördert den Trend zum Omni-Channel-Handel, der die Warenbewegungen über alle Absatzkanäle – den stationären Einzelhandel, den Onlinehandel und den Mobile Commerce – orchestriert.

„Innerhalb der nächsten drei Jahre wird die große Mehrheit der Weltbevölkerung (90 Prozent) einen schnellen mobilen Internetzugang haben, und schon heute wird zunehmend online nach Artikeln gesucht und eingekauft. In den USA nutzen bereits 70 bis 80 Prozent der Konsumenten mehrere Kanäle, bevor sie ihre Kaufentscheidung treffen. Wir gehen davon aus, dass der Trend in den meisten Märkten weltweit in diese Richtung gehen wird“, sagt Matthias Heutger, Senior Vice President Strategy, Marketing & Innovation bei DHL Customer Solutions and Innovation.

Zwar sei die Omni-Channel-Transformation bereits voll im Gange, dennoch zeige die Studie, dass die meisten Unternehmen dafür noch nicht bereit sind. Immer noch würden sie an den veralteten Einzelkanalstrategien festhalten.

Heutger ergänzt: „Die Konsumenten erwarten umfassende Informationen, eine schnelle Lieferung und ein personalisiertes Kauferlebnis. Unternehmen können diese Erwartungen mit traditionellen Einzelkanalansätzen nicht erfüllen. Ihr künftiger Erfolg steht und fällt mit ihrer Fähigkeit, eine Omni-Channel-Strategie umzusetzen.“

Während das Ziel des Multi-Channel-oder Mehrkanal-Ansatzes es ist, das Kauferlebnis des Kunden in jedem einzelnen Absatzkanal zu optimieren, ist die Omni-Channel-Strategie dagegen ein ganzheitlicher, kanalübergreifender und kundenzentrierter Ansatz.

Wettbewerbsvorteile durch Omni-Channel-Strategie

 
Die Koordination und Integration aller Absatzkanäle sei laut Studie zwar ein komplexer Prozess und erfordere erhebliche Investitionen. Doch Einzelhändler, die sich dieser Herausforderung frühzeitig stellen, erleben einen deutlichen Anstieg der Kundenzahlen und Kundenbindung, eine höhere Profitabilität und einen verbesserten Lagerumschlag.

Wichtig für den Handel sei es, dass die Bedeutung des Supply-Chain-Managements und der Logistik für eine erfolgreiche Umsetzung der Omni-Channel-Strategie zu beachten. So könnten Logistiker Händler bei der Implementierung einer Channel-Strategie in ihre Strukturen, Prozesse und IT-Systeme unterstützen.
Die Autoren weisen darauf hin, dass Investitionen in Omni-Channel-Strategien besonders für kleine, lokale Einzelhändler fast unerschwinglich sein können. Denen sollten Kommunen gemeinsam mit Logistikdienstleistern Zugang zu Branchenplattformen bieten. An dem Online City Wuppertal-Projekt stellt der Trend Report diesen Ansatz dar.

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