Studie: JLL untersucht die Supply Chain der Zukunft

Autor: Christian Fischer
Datum: 01.04.2016

Kostenkontrollen und Serviceoptimierung als größte Herausforderungen

Das Dienstleistungsunternehmen JLL hat jüngst seinen Report „Veränderungen der Supply Chain und deren Auswirkungen auf die Immobilienwelt“ veröffentlicht. Unter dem Motto „Die neue logistische (R)Evolution: Von einer produktionsorientierten zu einer verbraucherorientierten Supply Chain“ befragte man in einer Online-Umfrage zusammen mit Transport Intelligence mehr als 200 Unternehmen. Darüber hinaus wurden 30 Direktinterviews mit Führungskräften aus dem Supply Chain Management geführt. Themen waren globale Megatrends der Zukunft und deren potenzielle Auswirkungen auf Supply Chains und die Logistikimmobiliennachfrage.

JLL benennt anfangs verschiedene Herausforderungen, die Supply Chains in Zukunft belasten können. Darunter befindet sich beispielsweise die Kostenkontrolle, welche mit 64% der Befragten als Hauptherausforderung genannt wird, oder die Verbesserung des Kundenservices (62%). Vergleichsweise niedrig ist die Quote für die Schaffung einer höheren Belastbarkeit und Ausfallsicherheit in der Supply Chain. Nur 24% gaben diese Faktoren als Hauptpriorität an, was laut JLL zu wenig ist. JLL ist der Ansicht, dass „dieser Punkt an Bedeutung gewinnen wird, teilweise auch wegen der Chancen und Risiken, die sich aus der Beschleunigung des technologischen Wandels ergeben“.

Auch Big Data wird als wichtiges Thema der zukünftigen Supply Chain behandelt. Big Data solle „eine Umstellung von einem produktionsorientierten zu einem verbraucherorientierten Supply Chain Management ermöglichen“, so das Dienstleistungsunternehmen JLL. Unter den befragten Unternehmen sind 51% der Auffassung, dass Big Data in den nächsten fünf bis zehn Jahren die größten Auswirkungen auf ihre Supply Chain Strategien haben wird. 35% sehen das größte Potential von Big Data in der Ermöglichung von Nachfrageprognosen. Auf der anderen Seite sind 63% der Unternehmen der Meinung, dass sie die durch Big Data erzeugten Daten nicht zur Steigerung ihrer Leistung nutzen können. Grund dafür seien zum einen unstrukturierte Daten (37%) und zum anderen fehlende Fähigkeiten der Mitarbeiter in Sachen Datenmanagement (30%).

Die Verbindung zwischen dem Internet und physischen Gegenständen, also das sogenannte Internet der Dinge (IoT), wird ebenfalls als Revolutionsmotor für die Supply Chain angesehen. So sehen 23% der Befragten das Internet der Dinge als ein die Zusammenarbeit zwischen Menschen, Systemen und Assets optimierendes Konzept an. Damit verbunden sei auch Effizienzsteigerung.

JLL fasst zusammen, dass der technologische Fortschritt zu mehr Transparenz führt und dass Globalisierung und Rightshoring die Standortstrategien für Industrie und Logistik beeinflussen werden. Weiterhin sollten Entwickler und Investoren darauf hinarbeiten, ihre Gebäude zukunftssicher zu gestalten und Betriebe sollten ihre Supply Chains besser mit ihren Immobilienstrategien verknüpfen.

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C.Fischer