Prozessoptimierung am Hamburger Hafen

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 20.04.2016

Leercontainerlogistik durch IT-Plattform verbessern

Laut des Hamburger Port Authority (HPA) fallen schätzungsweise mehr als eine Millionen LKW-Fahrten jährlich allein auf die Leercontainerlogistik im Hamburger Hafen an. Dem solle nun entgegengewirkt werden. Der HPA nimmt sich gemeinsam mit Hafenunternehmen und Verbänden die Optimierung der Logistikprozesse als große Aufgabe zur Brust. Durch die Verbesserungen sollen neben der Kostenreduzierung auch die stark beanspruchte Straßeninfrastruktur entlastet werden.

In dem Projekt „Virtuelles Depot“ arbeitet der HPA mit dem Fachverband der Containerpackbetriebe und dem IT-Konzern IBM eng zusammen. Mit neuen Maßnahmen möchte man beispielsweise die Verlagerung von Leercontainern auf andere Verkehrswege umgestalten, umso die Logistikprozesse und den damit verbundenen Verkehrsfluss verbessern. „Man kann sagen: Ein virtuelles Depot, aber ein realer Erfolg“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung der HPA, Jens Meier.

Das „Virtuelle Depot“ stellt eine IT-Plattform für Leercontainer dar und soll mittels eines IT-Systems den LKW-Verkehr bei den Packbetrieben synchronisieren. Ein transparenter Datenaustausch zwischen beteiligten Reedereien und Packbetrieben soll zur Optimierung beitragen. „Das cloudbasierte System ermöglicht Packbetrieben, verfügbare Leercontainer anderer kooperierender Packbetriebe, die an ein Depot zurückgeliefert werden sollen, zu finden und für einen direkten Tausch, zu reservieren“, so Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter Nord & Ost bei IBM. Durch den transparenten Datenaustausch soll neben der Reduzierung von unnötigen Leercontainerfahrten auch die Hafenstraße entlastet werden.

Nach der Testphase im Vorjahr startete nun im März 2016 das Pilotprojekt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, äußert sich der Vorsitzende des Fachverbands der Containerpackbetriebe, Thomas Wolnewitsch. „Derzeit nehmen bereits über die Hälfte der Mitgliedsunternehmen unseres Fachverbands sowie elf Reedereien am Projekt ‚Virtuelles Depot‘ teil.“

Dabei hat sich der HPA bereits im Vorfeld mit anderen Projekten zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung einen Namen gemacht. So wurde bereits im März 2015 ein gemeinsames Projekt, bekannt unter dem Namen „smartPORT logistics“ (SPL), mit der Deutschen Telekom AG und der Walldorfer SAP Deutschland SE & Co. KG nach zweijähriger Testphase nun offiziell freigegeben. Mit der neuartigen IT-Lösung sollen Unternehmen, Partner und Kunden des Hamburger Hafens miteinander vernetzt und so die Prozesse in Echtzeit aufeinander abgestimmt werden.

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D.Sarikaya