Sourcing-Radar für iberische Halbinsel

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 12.11.2015

BME-Treffen in Frankfurt

Nachdem im August ein Kickoff-Meeting für Wirtschaftsvertreter aus Spanien und Portugal stattfand, hielt man nun Anfang November ein Treffen des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Frankfurt ab. Dabei ging es um den Expertenkreis Südeuropa. Zu diesem Event kamen Wirtschaftsvertreter aus Spanien und Portugal nach Frankfurt, um ihre Beschaffungsmärkte vorzustellen.

Themen
Ein großes Thema war das Potenzial der beiden Länder. Dieses wurde durch fortschreitende Analysen von Warengruppen und Regionen vertieft und verdeutlicht, sodass sich Einkäufer im Klaren darüber sind, was die beiden Beschaffungsmärkte zu bieten haben. Dabei achtete man insbesondere darauf, dass die Einkäufer in Zukunft in der Lage sind, vollkommen individuell nach Lieferanten zu suchen. Durch ein sogenanntes „Sourcingradar“ soll das möglich gemacht werden.

„Ziel ist ein Sourcing-Radar, das den Einkäufern bei der zielgerichteten Lieferantensuche auf der iberischen Halbinsel hilft“, sagte die Leiterin des Expertenkreises, Lisa Immensack.

Teilnehmer
Im Vergleich zu der letzten Veranstaltung zum gleichem Thema, stieg die Teilnehmerzahl auf 18. Offenkundig steigt also das Interesse an den beiden südeuropäischen Beschaffungsmärkten. Um eine gelungene und fachkundige Analyse zu garantieren, holte man sich Unterstützung durch vier Vertreter der Länder. Darunter war ein Vertreter der spanischen Außenhandelskammer ICEX, der portugiesischen Agentur für Investition und Außenhandel (AICEP), der Cámara de Comercio de España und der Cámara Comercio Bilbao.

Ziel
„Das Vorgehen mit der Warengruppenidentifikation und der anschließenden Erstellung einer Landkarte hat sich bewährt“, sagt Olaf Holzgrefe, Leiter für International Development beim BME. So gab es bereits andere Expertenkreise, welche sich allerdings auf die Beschaffungsmärkte in der Türkei und Mittel- beziehungsweise Osteuropa bezogen. Ziel der Expertenkreise ist letztendlich eine Art Leitfaden, welcher das zukünftige Vorgehen in Sachen Beschaffung in Portugal und Spanien regeln soll.

Vorgehensweise
Es fanden Vorträge statt, welche die Thematik weiter vertieften. So referierte Dr. Tobias Dauth vom Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie in Leipzig, über das geplante Radar. Er erklärte die Idee anhand eines Beispiels mit Metallprodukten, Gießereien und Maschinenbau. Durch das Radar sei es möglich, die Lieferantensuche regional einzuschränken um den Suchprozess zu beschleunigen. Hierfür stünden Informationen und Daten der Unternehmen zur Verfügung. Diese dienen als Richtwerte für die Radarbegrenzung. „Bei Schmiede- bzw. Stanzteilen lässt sich zum Beispiel sagen, dass in Madrid, Katalonien oder dem Baskenland die meisten Mitarbeiter beschäftigt sind“, so Dauth. Abschließend spaltete man sich in zwei Arbeitsgruppen auf, um weitere Aufgaben zu definieren und Lösungen zu finden. Dabei ging es um die Identifikation und Zuordnung von Warengruppen und den individuellen Bedarf der Einkäufer in Bezug auf das Sourcingradar. Es sind bereits weitere Expertenkreise geplant, welche dann logistische Möglichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen und den Austausch mit Fachkammern thematisieren sollen.

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