DZ-Bank: Keine vollständige Industrie 4.0 bis 2025 möglich

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 16.03.2016

DZ-Bank Studie zeigt Folgen von Industrie 4.0 für die deutsche Volkswirtschaft auf

Die DZ-Bank hat unter dem Namen „Industrie 4.0 – Folgen für die deutsche Volkswirtschaft“ eine neue Untersuchung veröffentlicht. Die Studie erforscht hierbei Themen wie Arbeitsmarkt, Produktivität sowie Wertschöpfung unter dem Einfluss der Industrie 4.0 und analysiert ihre Folgen. „Am Ende könnte eine Fabrik der Zukunft ohne den klassischen Fabrikarbeiter stehen“, schreibt die DZ Bank in ihrer Studie. Die Daten basieren auf dem eigenen Datenbestand der DZ-Bank, ebenso auf Analysen vom Fraunhofer IAO, dem Statistischen Bundesamt und Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB.

Schaut man sich die Ergebnisse der Studie genauer an so schreibt die DZ-Bank: „Bis zum Jahr 2025 können noch gar nicht alle deutschen Industrieunternehmen hin zur Industrie 4.0 umgeschwenkt haben.“ Davon seien vor allem der Mittelstand und kleine Betriebe betroffen. Die Auswirkungen der Industrie 4.0 ergeben sich für die gesamte Wirtschaft, jedoch profitieren einzelne Branchen unterschiedlich stark, so das Ergebnis der Untersuchung. Als Beispiel führt die DZ-Bank die Branche Chemie, elektrische Ausrüstung, Maschinen, Automotive und IT/Kommunikation auf. In dem Schreiben prognostiziert das Fraunhofer IAO einen Anstieg der Bruttowertschöpfung durch Industrie 4.0 um rund 12 % für den Zeitraum von zehn Jahren. Analysiert man die Ergebnisse der Untersuchung genauer, so gehen Analysten von einem Anstieg von 30 % für Chemie, elektronische Ausrüstung und Maschinen aus, für Automotive von 20 % und für IT/Kommunikation immer noch 15 %.

Im Hinblick auf die Entwicklung der Arbeitsplätze entnimmt die DZ-Bank für die Studie Zahlen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB. Demnach werden rund 490.000 Jobs bis 2025 durch die Produktivitätssteigerung eingespart. Ihnen stehen aber rund 430.000 neue Jobs gegenüber, die sich aus einer neu generierten Nachfrage ergeben. Die damit 60.000 entfallenden Arbeitsplätzen werden seitens der Studienautoren nicht als dramatisch angesehen. Aufgrund der demografischen Entwicklung schrumpft die Zahl der Erwerbstätigen sowieso. Das Problem ergibt sich jedoch auf einer anderen Seite. So entfallen durch Industrie 4.0 Routinetätigkeiten, sodass niedrigqualifizierte Menschen es sehr schwer haben werden einen Job zu finden.

Allerdings wächst gleichzeitig der Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern und es entsteht ein Fachkräftemangel. Dadurch ordnet die DZ-Bank umfangreichen Qualifizierungsmaßnahmen eine enorme Wichtigkeit zu und plädiert für diese. Sie sollen durch Ausbildungsstätten und Weiterbildungseinrichtungen ermöglicht werden. Weiterhin sollen Unternehmen ebenfalls in die Pflicht genommen werden. Ebenso sehen die Studienautoren das Thema Investitionen als besonders wichtig an und falls keine Investitionen erfolgen „werden andere Länder Deutschland dabei den Rang ablaufen“ schreiben die Autoren mahnend in ihrer Studie.

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D.Sarikaya