Toray Industries forscht mit 3D-Blasformanlage von Kautex Maschinenbau

Autor: Christian Fischer
Datum: 21.07.2016

Test neuer Anwendungen im Toray Technikum

Kautex Maschinenbau stellt dem japanischen Großkonzern Toray Industries für Forschungs- und Entwicklungszwecke eine Extrusionsblasformmaschine vom Typ KBS20 zur Verfügung.

Im unternehmenseigenen Technikum des Werks in Nagoya testet Toray auf der neuen Kautex-Maschine die Produktion verschiedenster 3D-Rohrverbindungen im sogenannten Saugblasverfahren. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Entwicklung besonders hitzebeständiger Luftkanäle aus Polyphenylensulfid PPS.

Jürgen Moitzheim, Sales Director bei Kautex Maschinenbau, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem japanischen Kunststoffhersteller. „Die neuesten Entwicklungen bei PKW-Motoren stellen die Automobilzulieferbetriebe wieder einmal vor Herausforderungen. Das gilt ganz besonders für das Zusammenspiel von Material und Maschinentechnik. Daher arbeiten wir mit unseren Kunden bei der Entwicklung von neuen Lösungen sehr eng zusammen.“ Das hat auch Toshiteru Nishijama, Manager Automotive Products Business, Resins Global Marketing Dept. bei Toray, überzeugt: „Wir haben nach einem Anbieter gesucht, der nicht nur gute Maschinen baut, eine hohe Prozesssicherheit und guten Service bietet, sondern uns auch mit Know-how im F&E- Bereich unterstützt. Da war ganz schnell klar, dass es eine Kautex-Saugblasmaschine werden würde.“

Ein aktueller Entwicklungstrend im Automobilbereich ist das Downsizing von PKW-Motoren bei gleichzeitiger Steigerung der Leistung. Um das zu erreichen werden Turbolader verbaut, die besonders hitzebeständige Abluftkanäle benötigen. Toray hat hier sehr gute Ergebnisse mit dem Material Polyphenylensulfid PPS erzielt. Dieser Kunststoff zeichnet sich durch eine besonders hohe und dauerhafte Hitzebeständigkeit von bis zu 220 Grad Celsius aus. Kautex-Maschinen können seit vielen Jahren diesen Werkstoff problemlos verarbeiten.

Seit 1999 können auf Kautex-Maschinen vom Typ KBS 3D-Formteile hergestellt werden, die als Rohrverbindungen im Automobilbereich vielfältige Verwendung finden. Sie werden als Kraftstoff-Einfüllrohre, Ansaugluftführung bzw. Ladeluftführung in modernen Verbrennungsmotoren verwendet. Beim 3D-Blasformen handelt es sich um ein besonders abfallarmes Produktionsverfahren. Hierbei werden Vorformlinge im Gegensatz zum konventionellen Verfahren schweißnahtfrei zu Funktionsbauteilen geformt.

Weitere Vorteile bei der Herstellung von 3D-Rohrleitungen ergeben sich durch das Saugblasformverfahren. Hierbei wird der Vorformling noch vor dem eigentlichen Blasformprozess durch Unterdruck in das längliche Formnest einer Blasform gesaugt. Dafür sind wesentlich weniger komplexere und dadurch kostengünstigere Blasformwerkzeuge notwendig.

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C.Fischer