Thyssenkrupp erbaut neues Werk in Ungarn

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 25.02.2016

Bündelungsstrategie soll Projektplanung und Abläufe optimieren

Thyssenkrupp, einer der weltweit führenden Werkstoff- und Komponentenzulieferer für die Automobilindustrie und den Maschinenbau, will ein weiteres automobiles Zulieferwerk in Ungarn aufbauen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens hervor. Dafür will man rund 100 Millionen Euro in den neuen Produktionsstandort investieren. Motorkomponenten und Lenksysteme sollen produziert werden. Der Bau des Werks soll im Frühjahr 2016 beginnen und planmäßig 2018 fertiggestellt werden. Das neue Werk wird 70 Kilometer östlich von Budapest, in Jászfényszaru, errichtet werden. So werden an dem neuen Standort rund 500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Weiterhin ist der Ausbau der ungarischen Produktionskapazitäten dringend nötig. Denn die Komponentensparte von thyssenkrupp erhielt in den letzten Monaten große Aufträge internationaler Automobilhersteller mit einem Gesamtumsatz von rund sieben Milliarden Euro.

„Mit dieser Investition setzen wir den Kurs der Standardisierung und Kostenoptimierung im automobilen Zulieferergeschäft weiter fort. Zum ersten Mal in Europa lokalisieren wir die Produktion zweier unterschiedlicher Technologien an einem Standort. Das hilft uns immens, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen anbieten zu können. In China haben wir mit dieser Bündelungsstrategie bereits gute Erfahrungen gemacht und werden diesen Ansatz auch in weitere Wachstumsmärke übertragen“, so Dr. Karsten Kroos, CEO der Business Area Components Technology bei Thyssenkrupp.

In Shanghai existiert bereits seit 2014 ein Werk für Fahrwerkskomponenten. In der Bündelung sieht Thyssenkrupp insbesondere die zentrale Projektplanung, die gemeinsame Nutzung der Werksinfrastruktur, eine schnellere Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen im Produktionsalltag sowie einen geringeren Verwaltungsaufwand als Vorteile. „Für die Umsetzung unserer Wachstumspläne bietet Ungarn gute Voraussetzungen. Die zentrale geografische Lage, eine gute Infrastruktur und hervorragend ausgebildete Fachkräfte sind die wesentlichen Gründe dafür, unsere Geschäftsaktivitäten in Ungarn zu erweitern“, erklärt Kroos.

Ungarn war auch vorher kein unbewandertes Land für Thyssenkrupp. In Budapest gibt es ein Software-Entwicklungszentrum für Lenkungstechnologie, wo rund 400 Softwareingenieure für die internationale Automobilindustrie Softwarelösungen entwickeln. Weiterhin steht im ungarischen Györ ein Montagewerk, welches Thyssenkrupp 2013 für Audi erbaute.

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R.Windmueller