Industrie 4.0 und Logistik

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 05.10.2015

Neues High-Tech Logistikzentrum der ebm-papst-Gruppe

Durch die zunehmende Internationalisierung der Zulieferer- und Vertriebsstrukturen sowie den Herausforderungen durch Industrie 4.0 nehmen auch die Anforderungen an die Logistik zu. Diesen Anforderungen konnte das Logistikzentrum der ebm-papst-Gruppe, Hersteller von Elektromotoren und Ventilatoren, nicht mehr standhalten. Im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms „Fabrik 2012“ mit Blick auf Industrie 4.0 untersuchte die ebm-papst-Gruppe die logistischen Prozesse am Standort Landshut und baute dann das neue Logistikzentrum mit automatischen Hochregallager und angeschlossener Logistikhalle. Hierfür wurde das alte Logistikzentrum abgebaut und in knapp 5km Entfernung neu aufgebaut. Damit wurden rund 1.400 qm Produktionsfläche geschaffen. Nach 13 Monaten Bauzeit auf einer Fläche von 20 000 qm und 13 Mio. Euro Investitionsbudget entstand das neue hochmoderne Logistikzentrum der ebm-papst-Gruppe.

Industrie 4.0

Industrie 4.0

Bereit für Industrie 4.0

 
Das neue Logistikzentrum bietet High-Tech pur. Mit Hilfe eines Zeitfenstermanagement-Systems beispielsweise, können sich anliefernde und abholende Spediteure im Vorfeld Online ein Zeitfenster buchen, um ihre Waren zu verladen. Damit kann im Vorfeld der Warenein und -ausgang effizient gesteuert werden, ohne das Wartezeiten entstehen.

Wichtig für das Unternehmen ist zudem seine Partnerschaft mit den Lieferanten und Logistikdienstleistern. Eine geringe Fluktuation bei den Dienstleistern wirkt sich positiv auf die Qualität in den Prozessen aus. Diese soll so wenig wie möglich gefährdet werden. Auch werden die Dienstleister in regelmäßigen Abständen mittels Kennzahlen bewertet.

Ein Shuttle transportiert Waren für die Produktion zum Werk sowie fertig produzierte Waren wieder zurück. Dies passiert alle 75 Minuten 10 mal am Tag. Auch wird das Werk in Slowenien mit dem Shuttle von Landshut angefahren. Hier werden Vormaterialien hin und Fertigwaren wieder zurück geliefert. Die Luftfracht wird über den ebm-papst-Standort Mulfingen abgewickelt. Aus diesem Mix von größeren und kleineren Sendungen aus beiden Standorten, ergeben sich Synergien in Form besserer Auslastung von Transporteinheiten und entsprechender Vorteile bei den Frachtkosten.

Im neuen Logistikzentrum wird das Prinzip ‚Lean-Logistics‘ umgesetzt. Es verspricht schmalere, standardisierte und verbrauchsgesteuerte Prozesse.

Herausforderungen bleiben

 
Im Bestandsmanagement ist die Herausforderung, den Anteil des Working Capital im Lager zu senken. Grund dafür ist der hohe Anteil an werthaltigen Fertigprodukten. Die logistische Kernaufgabe liegt darin, eine größtmögliche Reduzierung der Sicherheitsbestände auf der Kundenseite zu gewährleisten. Weitere Verbesserungen werden im Wareneingang erwartet. Hier soll der Anteil manueller Prozesse reduziert werden.

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