A.T. Kearney Studie zur Digitalisierung

Autor: Osman Cetinkaya
Datum: 08.11.2016

Digitale Revolution gefährdet bis 2040 44% der Jobs in Österreich

Die Wirtschaftsberatung A.T. Kearney diagnostiziert in ihrer Studie „Wertschöpfung 4.0 – Österreichs Industrie in der Zukunft“, dass durch den digitalen Wandel bis 2040 44% der Jobs in Österreich gefährdet seien. Im Bereich der Industrie und den industrieorientierten Dienstleistungen, welche insgesamt rund 1,8 Millionen Jobs umfassen, seien 42% bedroht, was einer Summe von über 750.000 Arbeitsstellen entspricht.

„Menschenleere Fabriken rücken näher, denn sowohl niedrig qualifizierte als auch hochqualifizierte Arbeitskräfte werden durch Automatisierung ersetzt“, erklärt Achim Kaucic, seines Zeichens Mit-Autor der Studie, bei der im Herbst 100 inländische Firmen um ihr Urteil gefragt wurden. Dabei nennen die Herausgeber auch drei mögliche Lösungen, mit denen die wegrationalisierten Jobs ersetzt werden könnten: Erstens seien im sozialen Bereich, in der Bildung und der Entwicklung von Software neue Arbeitsplätze im Entstehen. Zweitens würden teilweise die durchschnittlichen jährlichen Arbeitszeiten gekürzt werden und Teilzeitangebote, Bildungsurlaube und Sabbaticals vermehrt eingeführt. Als dritte und wichtigste Maßnahme nennen die Autoren die Einführung neuer Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Produkte, mit denen bis 2040 bis zu 30% der Konjunktur neu definiert werden müssen, um den derzeitigen Wohlstand aufrecht zu erhalten, wobei die Digitalisierung auch Möglichkeiten bietet.

„Digitalisierung ist der größte Entwicklungsschub für die Industrie seit der industriellen Revolution. Dafür müssen aber Unternehmen, Politik und Wissenschaft aktiv den notwendigen Umbau der österreichischen Wirtschaft einleiten und vorantreiben“, meint Autor Florian Haslauer von A.T. Kearney Österreich. Laut seiner Studie sieht die Mehrheit der österreichischen Industrieunternehmen in der digitalen Revolution eine vorteilhafte Entwicklung. Rund dreiviertel der Befragten erkennen primär die sich ergebenden Chancen, nahezu niemand die Risiken. Vor allem die Ausarbeitung neuer Produkte, das Einbauen neuer Technologien und die Produktivitätssteigerung hätten viel Potenzial.

Eine weitere Folge der digitalen Revolution wird von den inländischen Firmen dagegen außer Acht gelassen: „Nur 8 Prozent sehen einen Eintritt in fremde Branchen als große Chance für ihr Unternehmen. Und auch das Szenario, dass sich durch den Eintritt branchenfremder Unternehmen der Wettbewerb für ihr Unternehmen deutlich verschärfen wird, sieht die Mehrheit der Befragten als unwahrscheinlich an“, befindet Oskar Schmidt, Mit-Autor der Studie. Demnach hätten die befragten Firmen in erster Linie noch Defizite im Bereich Innovation.

Quelle: http://www.studium.at/496418-studie-ueber-digitalisierung-bis-2040-ueber-40-prozent-der-jobs-gefaehrdet
Link zur Studie: https://www.atkearney.at/digital-business/featured-article/-/asset_publisher/featuredarticle/content/wertschopfung-4-0

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O.Cetinkaya