Studie: Neue Potenziale durch Zeitfenstermanagement-Systeme

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 03.03.2016

Transport- und Logistikbranche sichern sich Vorteile

Studie von Cargoclix: „Zeitfenstermanagement aus der Perspektive der Logistikdienstleistung“ Quelle:Cargoclix

Studie von Cargoclix: „Zeitfenstermanagement aus der Perspektive der Logistikdienstleistung“
Quelle:Cargoclix

Mehr als 600 Transport- und Logistikdienstleister beteiligten sich an einer neuen Studie von Cargoclix zum Thema Zeitfenstermanagement. Das Zeitfenstermanagement-System ermöglicht es Logistikern genauere Be-, Entlade- und Wartezeiten ihrer LKWs zu kalkulieren. Diesbezüglich stellt die Untersuchung fest, dass es dank des Systems zu erheblichen Verkürzungen der Wartezeiten an den Ablieferstellen kommt. Weitere positive Auswirkungen für Unternehmen gehen ebenfalls aus der Studie hervor.

Grundsätzlich sind Nutzer der Systeme rundum zufrieden und verdeutlichen mehrheitlich die positiven Effekte. Dabei nutzen 58 % der befragten Logistikdienstleister mehrere Systeme, um die Zeiten ihrer LKWs zu überwachen. Weitere Untersuchungen verdeutlichen, dass auch 58 % der befragten Transport- und Logistikdienstleister eindeutige Verkürzung der Wartezeiten durch das neue System ergeben. Erstmals weist die Studie auch die Höhe der Zeitersparnisse vor.

Setzt man eine durchschnittliche Be-, Entlade- und Wartezeit von 68 Minuten, SCI Logistikbarometer Studie vom 15. Juni 2011 1), mit den neusten Erkenntnissen der Studie ins Verhältnis, so ergeben sich eindeutige Einsparungspotenziale. So kann jeder Fünfte, der eine kürzere Wartezeit bestätigt hat, von mehr als 34 Minuten Ersparnissen profitieren. Jeder Dritte verkürzt seine Wartezeit zwischen 17 und 34 Minuten und ein weiteres Drittel kann immer noch Ersparnisse bis zu 17 Minuten generieren. Verrechnet man diese Potenziale mit Kosten einer LKW-Stunde von etwa 50 €, so können zwischen 14,79 € und 28,33 € pro Rampenkontakt eingespart werden. Mittelständische Unternehmen können dank des Zeitfenstermanagements mit rund 10.000 Rampenkontakten über 100.000 € sparen, Logistikkonzerne mit bis zu 300.000 Kontakten sogar rund 3,2 Millionen €.

„Wir wissen, dass Transport- und Logistikdienstleister Zeitfenstermanagement-Systemen grundsätzlich eher kritisch gegenüberstehen. Umso mehr hat uns überrascht, dass die Nutzer die Wirksamkeit so deutlich bestätigen“, so der Professor Dr. Victor Meier, Gesellschafter von Cargoclix und Auftraggeber der Studie. Allerdings fordert er zugleich Unternehmen auf, dass Zeitfensterlänge und Rampenkapazität real und ausreichend ausgelegt sein müssen. Erst dadurch kann ein geplantes Zeitfenster zuverlässig eingehalten werden.

Neben der eindeutigen Darstellung der möglichen Zeitersparnisse, weist die Studie weitergehende Vorteile für Unternehmen mit dem System auf. Die knappe Mehrheit der Teilnehmer, 51 %, sieht eine Verbesserung der Be- und Entladezeiten. Weitere 53 % der Befragten antworten, dass sich die Transparenz der Informationen verbessert habe. Zu guter Letzt ist bei 48 % der Befragten ein geringerer bürokratischer Aufwand aufgefallen. „Zeitfenstermanagement-Systeme allein lösen nicht alle Probleme an Deutschlands Rampen. Doch in kaum einem anderen Bereich in der Logistik stellen sich so schnell so viele positive Effekte durch den Einsatz von Informationstechnologien ein.“, äußert sich Meier gegenüber dem System.

* https://www.sci.de/fileadmin/user_upload/logistikbarometer/pdf/2011/Auswertung_Jun2011.pdf

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R.Windmueller