SAP will Logistik bei Digitalisierung unterstützen

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 18.11.2016

Big Data-Auswertung soll Datenflut nutzbar machen

Nach Meinung von Rolf Schumann, Chief Technology Officer (CTO) bei SAP, handelt es sich bei der Digitalisierung um kein neues Phänomen. Es habe sich lediglich ein Aspekt in letzter Zeit verändert: „Es ist kein IT-Thema mehr, sondern ein gesellschaftliches.“, so der CTO. Einerseits wären die Cloud und die Big Data-Auswertungen zu nennen, andererseits die Geschäfts- und Logistikprozesse. „Smart Data ist nun die Verbindung zwischen Big Data und den Geschäftsprozessen – aber wo ist dann die Stupid Data?“, so der Innovationsexperte von SAP. Seiner Meinung nach seien ca. 90 Prozent der Daten nicht von Wert. Aber: „Was wäre, wenn wir heute schon die Frage wüssten, auf die wir eigentlich bereits die Antwort haben?“

Damit effektiv Erneuerungen implementiert werden können, „muss man es schaffen, das Verhalten der Menschen zu ändern“, erklärt Schumann. Beispiele dafür seien Sonys Walkman sowie die Produkte von Apple. Übertragen auf die Logistik bedeute dies, dass niemals ein Leerstand in den Regalen herrsche. Dafür werde in Realzeit ein Zusammenhang in der Cloud realisiert, bei dem Korrelation vor Kausalität stehe. „Wir müssen lernen, mit einer gewissen Unschärfe an die Sache heranzugehen“, fordert Schumann. Letztendlich sei die digitale Welt lediglich ein Abguss der realen Welt in einer Datenbank, wobei durch die mehr und mehr vorhandenen Verknüpfungen bestehende Entscheidungen neu bedacht werden müssten. „Wir denken noch in der alten digitalen Welt, obwohl wir deren Grenzen nicht mehr haben“, gibt Schumann zu bedenken. Nach Ansicht des SAP-Experten gehe es uns vielfach noch zu gut, um innovative Lösungen zu initiieren. Ein gutes Exempel dafür sei der Hamburger Hafen, bei dem sich die Leiter für eine IT-gestützte Lösung aus der permanenten Überlastung ausgesprochen haben, anstatt einfach ein neues Terminal zu errichten.

SAP unterstützt die Logistikunternehmen bei der Bewältigung der digitalen Herausforderungen mittels seiner High Performance Analytic Appliance, kurz Hana. Mit dieser In-Memory-Datenbank, die ab Ende November in einer neuen Konfiguration verfügbar sein soll, werden Echtzeitanalysen bewältigt. Des Weiteren lässt sich die individuelle IT-Landschaft in diese Entwicklungsplattform von SAP implementieren. In der neuen Version soll zudem der lesende Zugriff auf Daten aus Sekundärsystemen möglich sein, was bisher nur über eine eigens angeforderte Datenreplikation bewerkstelligt werden könnte. Attraktiv sei dies in erster Linie für Verlader.

Quelle: http://www.eurotransport.de/news/digitalisierung-chancen-fuer-die-logistik-8734159.html

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