Risikomanagement in der Supply Chain

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 09.10.2015

Lieferketten in Gefahr – Verbesserungen in Zukunft nötig

Unternehmen aus der Maschinenbau- und Fertigungsindustrie müssen in Zukunft ihre Lieferketten optimieren. Das geht aus dem Report „Building the World – A DHL Perspective on Future Engineering & Manufacturing Supply Chains” der Deutsche Post DHL Group hervor. Darin wurde geprüft, wie wichtig das Lieferkettenmanagement in der Maschinenbau- und Fertigungsindustrie in Zukunft sein wird. Man erörterte, welche Aufgaben die Unternehmen bewältigen müssen und welche Lösungen empfehlenswert sind.

Aktuelle Entwicklungen zu Lasten der Unternehmen

Mit einem Anteil von rund 17 % am BIP und 70 % am gesamten weltweiten Handelsvolumen sind Produktionsunternehmen eine treibende Kraft im Welthandel. Umso wichtiger ist es, dass sie sich auf die in den nächsten Jahren kommenden Veränderungen und Probleme einstellen. Dazu gehören beispielsweise sich verschiebende Wachstumsmärkte. Die Verschiebungen führen dazu, dass sich das Machtverhältnis in Sachen Wachstumsmärkte ändert und nicht regionalisierte Lieferketten instabil werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Geschäfts- und Endkunden ihre Präferenzen ständig ändern. Somit müssen Unternehmen bereit sein, Änderungen in ihrer Lieferkette oder sogar in ihrem Geschäftsmodell vorzunehmen. Diese Umstellung kann, wenn sie unerwartet eintritt, für große Probleme und Engpässe in der Lieferkette sorgen. Auch das Thema Compliance könnte sich in Zukunft negativ auf die Unternehmen auswirken. Einige Verschärfungen könnten bis 2025 eingeführt werden. Diese würden auch Lieferketten unter Druck setzen und einschränken. Auch hier ist eine hinreichende Vorbereitung auf die eventuellen erhöhten Compliance-Anforderungen von großer Bedeutung, um Probleme und Risiken zu umgehen. Die Schwankungen in der Kundennachfrage sind ebenfalls ein Thema, welches Unternehmen aus dem Maschinenbau- und Fertigungssektor nicht unterschätzen sollten. Mit instabilen Lieferketten können diese Fluktuationen schnell dazu führen, dass die Produktion und auch der Einkauf geschädigt werden. Die Tatsache, dass das ökologische Verhalten eines Unternehmens für die Kunden immer mehr an Bedeutung gewinnt, bedeutet im Klartext, dass auf diesen Faktor Rücksicht genommen werden muss. Denn auch in Bezug auf Compliance-Anforderungen ist der ökologische Fußabdruck für Unternehmen wichtig.

Risikomanagement in der Supply Chain

Risikomanagement in der Supply Chain

„Generell sehen wir, dass Supply Chain Manager künftig eine noch höhere Komplexität bewältigen müssen.“, sagt Reg Kenney, President Engineering & Manufacturing, DHL Customer Solutions & Innovation. „Kunden erwarten ein breiteres Produktportfolio, das gezielter auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. In Verbindung mit sich verschiebenden Wachstumsmärkten und der damit verbundenen höheren Anzahl an Dienstleistern und dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sowie neuen Technologien, führt dies dazu, dass Unternehmen ihre aktuellen Supply-Chain-Modelle überdenken müssen.“

Wie können Unternehmen in Zukunft dieser Menge an Komplikationen entgegentreten?

Indem sie ihre Lieferkette hinsichtlich den Aspekten Stabilität und Reichweite optimieren. Das ist wichtig, um standzuhalten, wenn Druck ausgeübt wird, und um auf jegliche Problemsituationen vorbereitet zu sein. So müssen neue Konzepte in Bezug auf die Lieferketten entwickelt werden, welche der Wachstumsmarktverschiebung entgegenwirken. Dabei müssen zwar unter Umständen aktuelle Geschäftsmodelle aufgegeben werden, allerdings ist der zukünftige Gewinn an Sicherheit und Stabilität überwiegend. Auch eine Regionalisierung der Logistikketten verschafft den Unternehmen große Vorteile, da man somit größtenteils verschont von der Verschiebung der Wachstumsmärkte bleibt. Außerdem kann schneller geliefert werden und das Unternehmen kann sich individueller auf die Kunden einlassen. Gleichzeitig sollten Logistikketten besser vernetzt sein. Das bedeutet, dass die Kommunikation innerhalb der Kette optimiert werden muss. Datenaustausch und Lieferantenkontrolle soll helfen, den Unternehmen einen besseren Überblick über ihre Lieferkette zu verschaffen. Des Weiteren kann die Kontrolle der Lieferanten dazu beitragen, die ökologische Leistung der Unternehmen zu verbessern, da dies oft an den Lieferanten scheitert. Das hat insbesondere mit deren CO2-Emmissionen zu tun, welche häufig nicht dem ökologischen Standard der Branche entsprechen und daher Kunden abschrecken. Um dies zu kontrollieren und die Arbeitseffizienz zu stärken, ist also eine gewisse Transparenz in der Lieferkette nötig.

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