Mangelnde Vorbereitung auf digitale Transformation im Baugewerbe

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 24.08.2016

Bauunternehmen kennen die Relevanz, schöpfen jedoch das Potenzial nicht aus

Digitale Transformation beeinflusst künftig alle Wirtschaftsbereiche, optimiert die Wertschöpfungskette und verändert Geschäftsmodelle von Grund auf in ihrer Struktur. Auch die Baubranche ist von einem solchen Wandel nicht ausgeschlossen. So gehen 93 Prozent der Befragten aus einer aktuellen Roland Berger-Studie davon aus, dass die Digitalisierung die Gesamtheit ihrer Prozesse beeinflussen wird. Trotz dieses Wissens ist die Anzahl der Unternehmen, die tatsächlich handeln, noch sehr gering, wie die Studie berichtet. Unter dem Namen „Digitalisierung der Bauwirtschaft – Der europäische Weg zu Construction 4.0“ befragte Roland Berger 40 Bauunternehmen und Bauzulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Potenzialen der Digitalisierung und dem eigenen Fortschritt in der Umsetzung.

Laut der Studie nutzen lediglich 6 Prozent der Baufirmen permanent digitale Planungsinstrumente. Befragt man Baustoffunternehmen zu ihren Digitalisierungspotenzialen, so geben mit 100 Prozent alle Unternehmen an, dass sie diese noch nicht vollständig ausgeschöpft haben. „Die zögerliche Umsetzung überrascht vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Produktivität in der Bauindustrie“, sagt Kai Stefan Schober, Partner von Roland Berger. Eben diese Produktivität stieg allerdings in den vergangenen zehn Jahren lediglich um 4 Prozent, während die deutsche Wirtschaft insgesamt einen Produktivitätsanstieg von 11 Prozent vermerken konnte.

Die Studie zieht vier Hebel heran, die für den Erfolg der digitalen Transformation in Unternehmen entscheidend sind. Die Nutzung digitaler Daten, die Gewährleistung des digitalen Kunden- und Lieferantenzugangs, der Ausbau der Automation und der Aufbau von Netzwerken. „Je offensichtlicher die Vorteile sind, desto besser erkennen die Unternehmen das Potenzial der digitalen Transformation“, so Schober.

„Unternehmen müssen lernen, alle Digitalisierungshebel auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette einzusetzen, um die Produktivität bestmöglich zu steigern“, sagt Philipp Hoff, Co-Autor der Studie. „Bislang ist hier nicht viel passiert: In keinem der von uns befragten Unternehmen wurde die Digitalisierung bisher konsequent über alle Bereiche umgesetzt.“

Viele Maßnahmen und Möglichkeiten für die Entwicklung einer digitalen Bauwirtschaft bestehen bereits. So gibt es beispielsweise im Sektor Beschaffung, welcher einen großen Kostenfaktor in der Baubranche darstellt, verschiedene digitale Plattformen, die zu Einsparungen von bis zu 10 Prozent führen können.

Mehr Informationen und den Download-Link zur Studie finden Sie hier: https://www.rolandberger.com/de/press/Press-Release-Details_9668.html

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D.Sarikaya