Gamification und Logistik

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 20.11.2015

Was Gamification am Arbeitsplatz bewirken kann

arvato Bertelsmann

arvato Bertelsmann

Arvato Systems hat ein System zu mehr Spaß und Motivation in der Logistik entwickelt. Angelehnt an den Ansatz „Gamification“, soll der Spieltrieb des Menschen angesprochen werden. Ziel ist es, Mitarbeiter so zu motivieren, dass ihnen ihre Arbeit mehr Spaß macht und sie diese gleichzeitig schneller und gründlicher erledigen. Hierbei wurden Spielangebote, wie „Formel 1“, „Bundesliga“ und „Tour de France“ von Arvato entwickelt und programmiert.

In der Kommissionierung beispielsweise sind viele sich wiederholende Prozesse. Diese operativen händischen Tätigkeiten sind monoton, müssen aber täglich mit einer hohen Performance absolviert werden. Bernd Jaschinski-Schürmann, Manager Supply Chain Consulting bei arvato Systems, erläutert: „In unseren Gamification-Modulen werden diese Kommissioniertätigkeiten durch das Setzen von Zielen oder das Erhalten von Belohnungen in Form von Punkten und Rankings in einen Spielbezug gestellt. Das sorgt für Abwechslung und eine verbesserte Motivation der Mitarbeiter.“

Im Anschluss werden die Mitarbeiter den einzelnen Rennställen zugeordnet. Als Avatare dienen Mercedes, Ferrari oder McLaren. Um die einzelnen Teams vergleichbar zu machen, wird vor Saisonstart eine Produktivitätsvorgabe ermittelt. Außerdem werden die jeweiligen Termine und Uhrzeiten für die Qualifyings und Rennen festgesetzt. Der Verlauf des Rennens ist über einen Liveticker auf Bildschirmen im Lager, Tablets oder Smartphones verfolgbar. Wenn das Rennen vorbei ist, werden die jeweiligen Platzierungen berechnet und die Siegerplätze gekürt. Nach Saisonabschluss wird dann zudem das Siegerteam ermittelt.

Eine materielle Belohnung steht bei dem Gamification-Ansatz nicht im Vordergrund. „Das Ergebnis-Feedback ist ein wichtiger Spielmechanismus. Es stellt sicher, dass die Kommissionierer Anerkennung für die im Spiel erbrachten Leistungen erhalten“, so Jaschinski-Schürmann.

Die Spielangebote sind für SAP und andere Business-Software-Systeme relativ offen entworfen wurden und werden an den Quelldatensystemen entsprechend angepasst. Quelldatensysteme sind beispielsweise Scansysteme- oder Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP). Der Clou: Auch Fehlerquoten und andere Kennzahlen können integriert werden. Eine Implementierung des Spielangebots „Formel 1“ beispielsweise ist in drei bis fünf Wochen möglich. Nach Angaben von Jaschinski-Schürmann ist keine Beschränkung der Teilnehmerzahlen erforderlich. Avarto-Manager empfehlen jedoch eine Obergrenze von knapp 20 Personen.

Ziel des Unternehmens ist es, noch weitere Spiele zu entwickeln. „Wir haben bewusst unterschiedliche Sportarten mit verschiedenen Einsatzoptionen gewählt. Eine Tour de France, die real über einen Zeitraum von drei Wochen läuft, könnte beispielsweise bei saisonalen Peaks eingesetzt werden, während die Fußballbundesliga eher ein Dauerbrenner ist. Nach diesem Schema wollen wir noch weitere komplementäre Spiele entwickeln“, ist sich Jaschinski-Schürmann sicher.

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