eco Verband: Augmented Reality findet Einzug in Fertigung und Logistik

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 06.06.2016

Augmented Reality als tägliche Hilfe für Arbeiter

Laut Einschätzung des Verbandes der Internetwirtschaft e. V. (eco) wird das Anwendungs- und Marktpotenzial von Augmented Reality in vielen Hinsichten stark unterschätzt. Dabei gehen die Einsatzmöglichkeiten weit über das einfache Entertainment hinaus. Bei Augmented Reality werden in die Wahrnehmung der realen Welt passgenau digitale Informationen eingeblendet. Dies ist der grundlegende Unterschied zur Virtual Reality, bei denen Nutzer in eine künstliche Umgebung ohne Bezug zur Realität versetzt werden.

„Die Anreicherung der Wahrnehmung der realen Welt durch Zusatzinformationen wird sich als ein Mega-Trend entpuppen“, prophezeit Dr. Bettina Horster, Vorstand Vivai AG und Direktorin Mobile im eco Verband. Sie führt weiterhin aus: „Das Einblenden des Headup-Displays auf die Windschutzscheibe moderner Autos stellt das wohl geläufigste Alltagsbeispiel dar. Es wird heute schon an verschiedenen Wegen gearbeitet, wie das digital angereicherte Bild künftig direkt vor die Augen gebracht wird, etwa durch eine Brille ähnlich den Google Glasses oder durch digitale Kontaktlinsen, oder ob es einfach durch Hologramme in den Raum projiziert wird. Vermutlich werden sich für verschiedene Einsatzgebiete unterschiedliche Technologien für Augmented Reality durchsetzen.“

„Mit der neuen Generation von AR-Brillen wird sich beispielsweise eine völlig neue Generation von Brett- und Raumspielen durchsetzen“, nennt Thorsten Unger, Geschäftsführer des mit eco eng kooperierenden GAME-Verbandes, eine Anwendung aus dem Entertainment und führt als Beispiel an: „Wer künftig eine mit Augmented Reality angereicherte Version von Monopoly im eigenen Wohnzimmer spielen wird, wird wohl nie mehr zu einem klassischen Brett zurück wollen. Es stehen dann ganz andere Möglichkeiten der Interaktion und Darstellung zur Verfügung.“

Nach Einschätzung des Verbandes wird sich das Konzept von Augmented oder Mixed Reality künftig in der Fertigung und der Logistik wiederfinden. „Mit der Industrie 4.0 hält auch die Augmented Reality Einzug in die industrielle Fertigung“, so Dr. Bettina Horster. So könnte zum Beispiel innerhalb der Werksbrillen direkt die nächsten Arbeitsschritte eingeblendet und Warnungen bei einer falschen Entnahme angezeigt werden. Horster fügt an: „Montage- und Reparatur-tätigkeiten werden einfacher, fehlerfreier und nachvollziehbarer, wenn die jeweils notwendigen Maßnahmen im Sichtfeld eingeblendet werden und beispielsweise auch gleich die notwendige Passform eines Ersatzteils in der korrekten Position dargestellt wird.“

Auch in der Logistik sieht der Verband eine weitere Möglichkeit des Einsatzes für Augmented Reality und führt beispielsweise auf: „Der Gabelstaplerfahrer sieht im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor seinen Augen, was er genau wo abholen und wohin fahren soll.“

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