Distributionslogistiker müssen umdenken

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 10.11.2015

Vom Logistiker zum Kundenmanager

Logistik Kongress Berlin

Logistik Kongress Berlin

Auf dem 32. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin sprachen Distributionsexperten über neue Möglichkeiten im Zuge der Digitalisierung, welche Möglichkeiten bereits bestehen und welche geplant sind. Die wichtigsten Aufgaben fallen dabei auf den Distributionslogistiker. Zu seinen Hauptaufgaben zählen die kontinuierliche Entwicklung, Steuerung und Überwachung der Prozesse des Versands. Die wichtigste Aufgabe ist die Kundenbindung. Diese gilt es zu erhöhen. Um das zu erreichen, muss er alles rund um das Einkaufserlebnis des Kunden steigern. „Bei B2C-Geschäften wird der Logistiker zum Kundenmanager“, meint Erwin Lenhardt, Vice President Logistics von T-Systems International GmbH.

Flexibilität ist gefragt

 
Auch die Flexibilität in der Lieferzeit und dem Lieferort muss gewährleistet werden, denn der Kunde möchte hier Wahlmöglichkeiten haben. Lenhardt sieht zudem Potentiale bei der Annahme in Paket-Shops. Hierbei setzt er auf Smart Data. Ziel ist es, die richtigen Daten zu sammeln und darauf basierend erfolgsrelevante Entscheidungen zu treffen. Alle Daten, mit denen Distributionslogistiker planen, müssen also anders genutzt werden. Seiner Meinung nach muss zudem auch das Kundenprofil einfließen. Denn hieraus kann auch genauer geschlussfolgert werden, welche Leistungen dem Kunden angeboten werden und welche man sparen kann.

Mehr IT und qualifizierte Mitarbeiter sind wichtig

 
Flexibilität kann z.B. durch mehr IT ermöglicht werden. Und diese neuen Technologien werden auch benötigt. „Früher hinkte die IT dem Geschäft hinterher, heute machen wir viele Geschäfte erst möglich,“ sagt Lenhardt. Aus einer Umfrage der BVL zum Thema Digitalisierung am Arbeitsplatz geht hervor, dass 63 Prozent die Anschaffung und Entwicklung von digitalen Steuerungssystemen, Software und Datenbanken als wichtig ansehen. An erster Stelle und damit noch wichtiger, sind die Schulungen der Mitarbeiter (78 Prozent). Ebenso ist neben der technischen Schulung eine zwischenmenschliche Beziehung wichtig. Vor allem für die Lieferung durch Mitarbeiter in Privathaushalte.

Fest steht, dass die Kundenansprüche an die Logistiker bereits gewachsen sind und auch noch weiter wachsen werden. Dies erfordert zum einen neue Technologien, zum anderen aber auch geschulte und qualifizierte Mitarbeiter. Zuvor muss jedoch erst in IT und Mitarbeiter investiert werden.

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