Digitale Züge von Bosch und SBB Cargo

Autor: Markus Rosenzweig
Datum: 12.10.2015

Industrie 4.0 – Der vernetzte Güterzug

Nach den intelligenten Autos macht die Digitalisierung auch nicht vor den Schienen halt. Auch Intelligente Züge sollen den Güterverkehr reformieren. Hierfür kooperieren die Bosch Engineering GmbH und SBB Cargo. Die Bosch Engineering GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Robert Bosch GmbH. Die Bosch-Gruppe wiederum ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. SBB Cargo ist das im Schienengüterverkehr tätige Tochterunternehmen der Schweizerischen Bundesbahnen. Ziel der Kooperation soll die Entwicklung eines Asset-Intelligence-Systems für den Güterverkehr sein. Mit Hilfe des Systems sollen Güterwagen Informationen über Position und Fracht an eine Leitstelle senden können.

Digitila Züge

Digitale Züge

„Wir nutzen Bosch-Automobiltechnik, um Züge zu vernetzen und eröffnen somit neue Möglichkeiten, den Güterverkehr auf der Schiene zum Teil der Digitalisierung zu machen“, sagt Bosch Engineering-Geschäftsführer Bernhard Bihr. „Der Schienengüterverkehr muss jetzt einen großen Schritt vorwärts machen, um zukunftsfähig zu werden. Das können wir nur mit Innovation erreichen – und zwar solchen, die wir in Zusammenarbeit mit anderen Branchen für die Schiene adaptieren“, sagt Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo.

Bereits seit Februar 2015 arbeiten Bosch und SBB Cargo zusammen. In der Schweiz sind bereits zu Testzwecken mehrere Züge mit einem vernetzten Zustandsüberwachungs-System unterwegs. Zukünftig sollen weitere Funktionen für das neue Einsatzgebiet entwickelt und umgesetzt werden. Das Wissen um Bahn-Standards und Erfahrungen mit Erprobungen kann die SBB Cargo in die Kooperation einbringen.

Asset-Intelligence-Systems

 
Der Zug wird mit Sensoren ausgestattet. Diese sammeln Informationen über beispielsweise Position, Fracht, Wagen und Temperatur. Über die Hardware, welche vernetzt ist, werden die Daten per Mobilfunk an einen Server geschickt. Diese können dann vom Bahnbetreiber online abgerufen werden.

Die Vorteile sind, dass Waren schneller ans Ziel gebracht und die Kunden besser informiert werden können. Auch weiß der Bahnbetreiber immer wo sich Waggons und Fracht befinden. Damit können die Logistikprozesse optimiert und unnötige Transportkosten reduziert werden. Darüber hinaus informiert eine zukünftige Zustandsüberwachung über Verschleiß, daraus resultierende Reparaturen und reduziert somit Ausfallzeiten und Kosten der Waggons.

Zur Sicherheit der transportierten Waren werden zudem Geofencing-Funktionen genutzt. Als Geofencing wird das automatisierte Auslösen einer Aktion durch das Überschreiten einer gedachten Begrenzung auf der Erdoberfläche bezeichnet. Ein Einbruchsalarm wurde auch installiert.

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