Digitale Logistik gestaltet Prozesse effizienter

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 05.07.2016

Mehr Sicherheit in der Luftfrachtkette durch RFID-Transponder

BIBA

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Das Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) möchte mit neuen Prozessen für mehr Sicherheit in der Luftfrachtkette sorgen und beendete diesbezüglich ein dreijähriges Forschungsprojekt. Forschungs- und Entwicklungspartner stellten diesbezüglich unterhalb dieser Woche am Bremer Airport ein Modell eines neuen Fracht-Fingerprint-Informationssystems vor, welches zur lückenlosen Überwachung der Packstücke bei gleichzeitig effizienterer Prozessgestaltung verhelfen soll.

Bis ein Packstück im Frachtraum eines Flugzeuges angekommen ist, muss es vielfach kontrolliert werden. Dieser Vorgang ist meist zeitaufwendig, personalintensiv und teuer. Aufgrund dessen forschte das BIBA drei Jahre an der Universität Bremen gemeinsam mit fünf Partnern zum Thema „Erweiterte Sicherheit in der Luftfrachtkette“. Nun sollen mithilfe der digitalen Logistik die Prozesse effizienter gestalten und zugleich eine lückenlose Überwachung und Dokumentation in der Luftfrachtkette sichergestellt werden. Die Lösung, ein neuartiges Fracht-Fingerprint-Informationssystem.

„Enhanced Security for Logistics“, der Name des Projektes, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und hatte zum Ziel, ein Fracht-Fingerprint-Informationssystem zur sicheren Kennzeichnung und Überprüfung von Luftfracht-Sendungen zu entwickeln. Daran beteiligt waren neben dem BIBA auch das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Airbus DS Airborne Solutions, Panalpina und Viaboxx sowie als assoziierte Partner Lufthansa Cargo, NXP Semiconductors Germany, das Luftfahrt-Bundesamt und der Bremen Airport.

Pakete werden mit einem speziellen Klebeband an einer Sollbruchstelle beklebt. Dieses Klebeband enthält einen RFID-Transponder und ist während des ganzen Transportes mit einer eindeutigen Identifikationsnummer für das Frachtstück versehen und kann jederzeit identifiziert werden. Zusätzlich sorgt ein Röntgen- und Lichtsensor im Packstück, der ein Öffnen des Paketes und später am Flughafen das erfolgte Röntgen des Packstückes detektiert, für mehr Sicherheit. Dieser Sensor ist ebenfalls über RFID auslesbar. Beim Wareneingang im Flughafenlager werden die Siegel und Röntgen-/Licht-Sensoren der einzelnen Packstücke automatisch mittels RFID-Lesung kontrolliert. Zusätzlich werden so alle Ist-Daten der Fracht aufgenommen und mit den zum Lufttransport angemeldeten Frachtstückdaten abgeglichen. „Das System dokumentiert alle Merkmale der Fracht und fügt sie zu einem digitalen Gesamtbild zusammen. Jedes Frachtstück verfügt damit über einen digitalen Fingerabdruck. Der lässt während der gesamten Transportkette prozessübergreifend und jederzeit genaue Aussagen über den Sicherheitsstatus der Fracht zu“, erklärt Gesamtprojektleiter Olaf Poenicke vom Fraunhofer IFF.

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