BMBF fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt

Autor: Sebastian Thelen
Datum: 10.11.2016

Neue Generation von Industrie 4.0-Lösungen

„Mit Industrie 4.0 geht eine grundlegend neue Form von Dienstleistungen sowie der Interaktion von Mensch und Maschine einher. Beide Themen sind hoch aktuell und hoch spannend. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir den Zuschlag für das Innovationslabor erhalten haben“, so Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Im neuen Innovationslabor „Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ werden ab sofort das Schlüsselthema Industrie 4.0 und seine Auswirkungen untersucht. Das Forschungsprojekt wird insgesamt drei Jahre von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einem Gesamtbetrag von 10 Millionen Euro unterstützt. Das Fraunhofer IML sowie die Technische Universität (TU) Dortmund sind hierbei die Projektpartner.

Für die Einrichtung des Innovationslabors am Standort Dortmund sind das Fraunhofer IML und die TU Dortmund mit mehreren bestehenden Anwendungszentren, Versuchs- und Demonstrationshallen besonders gut geeignet. In der Forschungshalle für »Zellulare Fördertechnik« am Fraunhofer IML findet der größte Versuch künstlicher Intelligenz mit 50 innovativen autonomen Transportfahrzeugen statt. Neue Versuchseinrichtungen für die spezifischen Fragestellungen des Forschungsprojekts werden jetzt am Fraunhofer IML und der TU Dortmund geschaffen. Dort werden Anfang 2017 die neuen Technologien entwickelt und getestet werden können. Das Innovationslabor soll einen Beitrag dazu leisten, einen erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu garantieren. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen soll der Weg in den Markt durch gezielte Transferprojekte deutlich kürzer werden. Die Arbeitsplätze am Standort Deutschland werden dadurch gesichert und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigt damit an.

Durch eine Kombination aus Software, Hardware und Geschäftsmodellen zeichnen sich Hybride Dienstleistungen aus. Beispiele hierfür sind intelligente Ladungsträger, autonome Shuttle-Systeme oder simulationsbasierte Planungstools. Im Mittelpunkt solcher Dienstleistungen steht die Rolle des Menschen und seine Schnittstelle zu Maschinen.

„Eine zentrale wissenschaftliche Frage, die wir im Rahmen des Innovationslabors beantworten wollen, ist daher, wie verantwortliches und zielgerichtetes Handeln in der Interaktion von Menschen und Maschinen in gemeinsamen Netzwerken gestaltet und organisiert wird“, so Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen vom Forschungsgebiet Industrie- und Arbeitsforschung der TU Dortmund. Eine so genannte „Social Networked Industry“ in der Menschen und Maschinen miteinander verbunden sind, ist die Vision die angestrebt wird.

Für Industrie 4.0 ist die Logistik in den letzten Jahren zum Statussymbol, sowie auch zum Treiber der internationalen und wertschöpfenden Vernetzung und ein wichtiger Innovationsmotor geworden. Dies hat man auch der entsprechenden Forschungseinrichtungen in Dortmund und ihrer Initiativen wie dem EffizienzCluster LogistikRuhr oder »Digital in NRW – das Kompetenzzentrum für den Mittelstand« am Standort Dortmund zu verdanken. Das weltweit größte Forschungsinstitut im Bereich Logistik, das Fraunhofer IML ist ein wichtiger Bestandteil für den ThinkTank der Industrie 4.0. „Das Innovationslabor wird die digitale Vorreiterrolle des Standortes Dortmund für Dienstleistung und Logistik weiter stärken“, so Prof. Michael ten Hompel. Die Einführung neuer technischer Lösungen im Umfeld von Industrie 4.0 wird gleichzeitig weiter beschleunigt.

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S.Thelen