Befragung zu Lagersicherheit

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 30.10.2015

Wie sicher sind die deutschen Unternehmenslager?

Welche Risiken sehen Logistikunternehmen in ihren Lagern und welche Risikopräventionsmaßnahmen werden von ihnen durchgeführt? Das hat eine Befragung der R.O.S. Deutschland GmbH, einem Spezialisten für Regalreparatur, auf der Messe „transport logistic“ herausgefunden und gedeutet.

Lagersicherheit - Foto: R.O.S. Deutschland GmbH

Lagersicherheit – Foto: R.O.S. Deutschland GmbH

Risiken und deren Ursachen

 
Lagersicherheit scheint für die meisten Unternehmen ein nicht unerheblicher Faktor zu sein. Es wird ausgesagt, dass ständig Unfälle passieren und einige sogar tödlich enden. Um dies zu vermeiden, müssen zunächst die Unfallursachen ermittelt werden. Mobile Transportmittel liegen im Rennen um die häufigste Ursache für Unfälle oder Beschädigungen mit knapp 50 Prozent vorne. Dabei handelt es sich oft um Probleme bei der Bedienung, welche meist auf fehlendes Wissen des Fahrers, oder beispielsweise schlechte Bedingungen durch ein kleines Sichtfeld zurückzuführen sind. Somit sind die Mitarbeiter selber ein weiterer Risikofaktor. In Verbindung mit mobilen Transportmitteln wird außerdem die Lagersicherheit der Regalanlagen genannt. Diese Regalanlagen sollten normalerweise stabil sein. Doch durch Beschädigungen, welche beispielsweise durch die Transportmittel erzeugt werden, können auch die Regale instabil werden und sowohl Mensch als auch Ware gefährden. Daher unterstützen viele der Befragten eine Automatisierung des Lagers. Diese würde den Unfällen, welche durch Personal verursacht werden, vorbeugen. Doch die Werkzeuge der Automatisierung sind noch nicht weit genug fortgeschritten, um eine vollkommen sichere Automatisierung zu erlauben.

Maßnahmen zur Sicherung

 
Selbstverständlich ist es den Unternehmen daran gelegen, ausreichende Risikopräventionsmaßnahmen zu finden und umzusetzen. Da nun mal viele der Risiken durch die Bediener der Transportmittel hervorgerufen werden, bietet ein Großteil (90 Prozent) der Unternehmen freiwillige Schulungen an. Diese beziehen sich zum einen auf den Umgang mit dem Arbeitsgerät und zum anderen auf das Erlernen und Festigen der Arbeitsprozesse. Somit soll sichergestellt werden, dass sowohl die Abläufe bei der Lagerung, als auch die Durchführung dieser Abläufe bekannt sind. „Wo auch in Zeiten zunehmender Automatisierung in Zukunft überwiegend Menschen eingesetzt werden, sind solche Schulungen ein sehr wichtiges Instrument zur Risikominimierung“, sagt Zukunftsforscher Dr. Bernhard Albert. Eine weitere Schutzmaßnahme, welche allerdings von nur 23 Prozent der Unternehmen umgesetzt wird, ist die regelmäßige Wartung und Prüfung der Regale. Meist werden Mängel an den Regalen erst spät und dann nur durch zufällige Kontrollen bemerkt. Häufigere Kontrollen sollen das ändern und die Beschädigungen frühzeitig finden und entschärfen. Weiterhin existiert bei 22 Prozent der Unternehmen eine Drosselung der Flurförderfahrzeuge. Diese bewirkt allerdings gleichzeitig einen kleinen, aber vorhandenen Verlust an Effizienz, da die Arbeit verlangsamt wird. Auch zusätzliche Sicherheitsausrüstung genießt nicht das höchste Ansehen. Mit nur 19 Prozent stellt diese Maßnahme das Schlusslicht der Auswahl dar.

Relevanz der Sicherheit und Reparatur

 
Ein weiterer Teil der Befragung zeigte, dass ganze 84 Prozent der befragten Unternehmen der Regalsicherheit einen hohen oder sehr hohen Stellenwert bemessen. Allerdings geht mit 70 Prozent ein Großteil der Befragten davon aus, dass die Zahl an Beschädigungen in Zukunft sinken wird. Hinzuzufügen ist ebenfalls, dass 79 Prozent der Unternehmen bei einem Schaden das Regalelement austauschen anstatt es durch einen Fachbetrieb reparieren zu lassen. Hier muss man mit hohen Kosten und hohem Aufwand rechnen, welcher bei einer Reparatur durch einen Fachbetrieb geschmälert werden würde. Die Zahl der Unternehmen, welche dies ausüben liegt bei nur 13 Prozent.

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R.Windmueller