34. Dortmunder Gespräche verraten “How to do the revolution”

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 19.09.2016

Angesehene Redner gaben Einblicke in die Arbeitswelt nach der vierten industriellen Revolution

Bereits vor einigen Wochen berichteten die Supply Chain News über die 34. Dortmunder Gespräche zum Thema Industrie 4.0 (http://www.kloepfel-consulting.de/supply-chain-news/supply-chain/34-dortmunder-gespraeche-zum-thema-industrie-4-0-19123/). Nachdem die Veranstaltung unter dem Motto „How to do the revolution“ nun stattgefunden hat, geben wir Einblicke in die Geschehnisse und neue Erkenntnisse.

In der Welt nach der vierten industriellen Revolution werden in einem Miteinander von Menschen und Maschinen soziale Netzwerke entstehen. Einen Einblick in diese Social Networked Industry, in der Mensch und Maschine als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten, gewährte Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, in seiner Eröffnungsrede zum diesjährigen Zukunftskongress: „Auf dem Weg zu dieser Zukunftsvision braucht es die ersten Schritte möglichst sofort. Statt lange zu diskutieren und immer neue Verfahren und neue Lehren zu entwickeln, gilt nun die Devise: Einfach machen! Letztlich kann es der Logistik nur dann gelingen, an der Spitze der vierten industriellen Revolution zu stehen und für die Social Networked Industry gerüstet zu sein, wenn Lösungen schnell umgesetzt und ausgetestet werden. Nur so lassen sich Fehler schnellstmöglich erkennen und korrigieren. Ohne eine solche Fast-Failure-Kultur lässt sich das Innovationspotenzial der Branche nicht voll ausschöpfen. Das war schon immer der Weg der Dortmunder Logistiklandschaft, und dieser Weg ist heute gerade für Unternehmen wichtiger denn je.“

Vor diesem Hintergrund zeichnete im Anschluss Michael Müller, Vorstandsvorsitzender von Müller – Die lila Logistik AG ein Bild davon, wie einem mittelständischen Logistikunternehmen der Spagat zwischen Tagesgeschäft und einer gleichzeitigen Weichenstellung für die Zukunftsfähigkeit gelingt. In Zeiten, in denen sich Prognosen zufolge mehr als die Hälfte der Berufsbilder dramatisch verändern und mehr als die Hälfte aller Unternehmen künftig durch neue ersetzt werden, sei dieser Spagat wichtiger denn je. Die Angst vor Geschäftsmodellen, die aus dem Nichts sprießen und abrupt die Spielregeln des Wettbewerbs ändern, ist so groß wie nie zuvor. Die Gründe für die radikale Umwälzung der Wirtschaft erläuterte Karl-Heinz Land, Geschäftsführer der neuland GmbH und Co. KG, in seinem Vortrag zum Thema »Digitaler Darwinismus«. Der stille digitale Angriff, der Geschäftsmodelle aushebelt und Marken gefährdet, werde dabei mehr Veränderungen mit sich bringen, als die drei ersten industriellen Revolutionen zusammen. Die digitale Transformation werde blutig, aber noch blutiger werde sie, wenn man nicht mitmacht, so Land.

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R.Windmueller