Verdoppelter Rohstoffbedarf könnte Deutschland bis 2035 vor Probleme stellen

Autor: Osman Cetinkaya
Datum: 11.07.2016

Deutsche Rohstoffagentur ermittelt mögliche Szenarien durch steigenden Rohstoffbedarf von Zukunftstechnologien

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hat in ihrer aktuellen Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2016“ die aufkommenden Probleme bei der Rohstoffversorgung ermittelt. Deutschland hat seinen wirtschaftlichen Erfolg unter anderem dem Export von Technologien zu verdanken. Klar ist allerdings, dass der Export von Technologien gleichzeitig auch den Import von Rohstoffen mit sich bringt. Doch insbesondere in Zeiten der Technisierung wächst die Nachfrage von Rohstoffen wie Lithium, HSE, Rhenium oder Tantal enorm. Im Auftrag des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung ISI hat die DERA nun den potentiellen Rohstoffbedarf der Zukunftstechnologien 2016 ermittelt.

Ganze 42 Technologien untersuchte die DERA und erstellte im Zuge dessen Prognosen für den Rohstoffbedarf der entsprechenden Technologien im Jahr 2035. 16 Rohstoffe wurden schließlich mit einer besonderen Relevanz für die Zukunftstechnologien herausgearbeitet. Um die Nachfragesteigerung gezielt messen zu können, zogen die Forscher der DERA einen Rohstoffindikator heran. Dieser bestand aus einem Vergleich der Bedarfsprognose für 2035 mit der tatsächlichen globalen Primärproduktion des Rohstoffes im Jahr 2013.

Für die Rohstoffe Germanium, Kobalt, Scandium, Tantal und Neodym/Praseodym stellte man fest, dass deren Bedarf die Produktionsmenge aus dem Jahr 2013 erreichen oder sogar übersteigen könnte. Lithium, Dysprosium/Terbium und Rhenium könnten mit ihrem prognostizierten Bedarf sogar die Produktionsmenge von 2013 um das Doppelte übersteigen. Diese Rohstoffe spielen eine große Rolle im technologischen Wandel und werden laut DERA demnach eine erhebliche Nachfragesteigerung erleben.

Die DERA empfiehlt verschiedenste Maßnahmen zur Rohstoffversorgungssicherung, darunter der Ausbau und die Effizienzsteigerung von Erzabbau und Metallgewinnung. Darüber hinaus gelten Substitution auf Material- und Technologieebene, Ressourceneffizienz in Produkten und Anwendung sowie Recycling als Problemlöser. Außerdem müsse die Grundüberlegung bei der Entwicklung neuer Technologien zunächst die Rohstoffsicherung sein. DERA empfiehlt, die Verfügbarkeit eines Rohstoffes nicht nur an dessen Preis zu messen, da dieser kein langfristig geltender Indikator sei.

Die komplette Studie können Sie unter diesem Link kostenlos herunterladen:
http://www.bgr.bund.de/DERA/DE/Downloads/Studie_Zukunftstechnologien-2016.pdf;jsessionid=A9ECB686816C1235C95FA3BD82F91682.1_cid284?__blob=publicationFile&v=3

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