Pharma-Führer mit strategischem Plan zur AMR-Bekämpfung

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 22.09.2016

Vier Vorhaben wollen die 13 teilnehmenden Unternehmen bis 2020 realisieren

Pharmazeutische Unternehmen werden künftig einen strategischen Plan zur Reduktion antimikrobakterieller Resistenzen befolgen müssen. Mit dem kürzlich beschlossenen Plan folgt somit ein weiterer Meilenstein, nachdem im Januar 2016 100 Unternehmen und Branchenverbände auf dem Weltwirtschaftsforum eine unterzeichnete Erklärung bezüglich antimikrobakterieller Resistenzen aufsetzten.

Die am Anfang des Jahres festgelegten Prinzipen im Hinterkopf, beschlossen 13 führende pharmazeutische Unternehmen vor dem High-Level Meeting on Antimicrobial Resistance (AMR) der Generalversammlung der Vereinigten Nationen (UNGA) anhand von vier Vorhaben einen neuen strategischen Plan zur AMR-Reduktion bis zum Jahr 2020. Absicht der Unternehmen sei dabei das Leisten eines proaktiven Beitrags zur AMR-Bekämpfung. Der Plan stellt ein klares Indiz für gemeinsame Zielsetzungen bezüglich der Bedrohung, die AMR zu Grunde liegt, dar.

Die Gruppe von Unternehmen hat sich zu der Umsetzung der folgenden Vorhaben verpflichtet:

1. Die Umweltauswirkungen der Antibiotikaproduktion zu reduzieren. Dies umfasst auch eine Prüfung der Herstellungs- und Lieferketten der Unternehmen und die Kooperation mit Interessenvertretern, um einen gemeinsamen Rahmen für die Beurteilung und das Management der Umweltbelastung durch Antibiotika zu schaffen.

2. Sicherzustellen, dass Antibiotika nur von Patienten eingenommen werden, die diese Medikamente auch wirklich benötigen. Dies erfordert gemeinsame Bemühungen vieler verschiedener Interessenvertreter, um eine kontinuierliche Aufklärung von Ärzten und Patienten sicherzustellen, die Promotion-Aktivitäten der Unternehmen einer Prüfung zu unterziehen und die Surveillance-Daten an öffentliche Gesundheitsinstitutionen und Angehörige von Gesundheitsberufen weiterzuleiten. Ferner ist eine Kooperation mit Interessenvertretern erforderlich, um unkontrollierte Antibiotikakäufe einzudämmen.

3. Den weltweiten Zugang zu derzeit existierenden und künftig auf den Markt kommenden Antibiotika, Impfstoffen und Diagnostika zu verbessern. Auch das
erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Interessenvertretern, um die Gesundheitssysteme zu stärken und Versorgungsengpässe zu bekämpfen; und den Aufbau neuer Geschäftsmodelle, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Versorgungsbedarf, angemessenem Antibiotika-Einsatz, Impfstoff-Abdeckung und adäquaten Gewinnen für die Unternehmen zu gewährleisten. Außerdem muss daran gearbeitet werden, die Verbreitung von minderwertigen/gefälschten Antibiotika in Hochrisikomärkten zu reduzieren.

4. Neue Möglichkeiten für offene Kooperationen zwischen der Industrie und dem öffentlichen Sektor auszuloten, um Probleme bei der Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika, Impfstoffe und Diagnostika anzugehen, da diese einen hohen Wert für die Gesellschaft darstellen.

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R.Windmueller