Migration als Chance für die Lieferbranche

Autor: Marc Kloepfel
Datum: 18.02.2016

Alltägliche Hürden erschweren jedoch den Soforteinstieg

Der Menschenstrom nach Europa nimmt kein Ende. Doch welche Möglichkeiten und Perspektiven haben Migranten in Deutschland? Stellen sie ein Risiko für das Land dar oder ergeben sich sogar neue Chancen und nicht ausgeschöpfte Potenziale für Mensch und Arbeitsmarkt?

Schaut man sich die Statistik des Bundesverbandes Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) an, gibt es genügend freie Plätze, die in kommender Zeit besetzt werden müssen. Dem Verband liegen keine genauen Zahlen für alle Bereiche vor, allerdings wird die kritische Lage bereits bei den LKW-Fahrern ersichtlich. Rund 40% des aktuellen Personales wird in knapp zehn Jahren pensioniert und aktuell liegt der Bedarf an Neueinstellungen jährlich bei 20-30.000. Jedoch entscheiden sich nur etwa 3.000 junge Leute für diesen Arbeitsbereich. Somit ist festzuhalten, dass es vielen Unternehmen an frischem Nachwuchs mangelt. Diese Lücke können Zuwanderer, Arbeitslose oder Quereinsteiger schließen.

Diesbezüglich äußert sich BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt: „Wir sind froh um jeden, der ein Lenkrad hält und motiviert ist.“. Allerdings haben Migranten oft mit vielen Hürden zu kämpfen. Zum einen verstehen sie die Sprache nicht. Viele Worte sind ihnen fremd und das Verständnis muss erst aufgebaut werden. Jedoch ist der Wille, diese Hürde zu meistern, oft hoch.

Seit Dezember 2013 bietet die Straßenverkehrs-Genossenschaft Flüchtlingen Qualifizierungsprogramme für die Lieferbranche. Die Auswahl der Teilnehmer ist begrenzt und wird vom Jobcenter bezahlt. Daher ist abschließend festzuhalten, dass Migration auf die Schnelle die klaffende Lücke innerhalb der Lieferbranche nicht schließen kann. Gerade die sprachliche Barriere ist nicht zu verachten und erlaubt es viele Flüchtlinge nur bedingt als möglichen Nachwuchs zu betrachten. Der Hauptgeschäftsführer der BGL führt an: „Die Sprache ist ein großes Hindernis.“

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