Logistik-Indikator zeigt wieder eindeutig nach oben

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 21.06.2016

Brexit führt zu Veränderung der deutsche Industrie und Logistik

Zum Ende dieser Woche fällt die Entscheidung über einen möglichen Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union. Der möglich Brexit hätte zur Folge, dass die EU erstmals einen ihrer derzeit 28 Mitgliedstaaten verlieren würde und Deutschland veränderte Rahmenbedingungen gegenüber seinem drittwichtigsten Exportmarkt nach den USA und Frankreich zu beachten hätte. Diese Veränderung trübt die Stimmung des Wirtschaftsbereichs Logistik im zweiten Quartal 2016 jedoch keines Weges. Der Logistik-Indikator, der im Mai erhoben wurde, zeigt nach drei Quartalen der Unentschlossenheit wieder eine zunehmende Tendenz nach oben auf und erreicht sogar den optimistischen Wert aus dem Juni 2015. „Die deutsche Wirtschaft wächst robust“, kommentiert Ifo-Präsident Clemens Fuest mit Blick auf den ebenfalls expansiven Geschäftsklimaindex seines Instituts. Als Wissenschaftler prognostiziert der Ifo-Präsident aber, dass ein Austritt der Briten die gesamte deutsche Industrie treffen würde und damit auch die Logistik.

An den Brexit scheinen die Logistiker jedoch nicht zu glauben. Sowohl in der kurzen Dreimonatsperspektive als auch beim längerfristigen Blick auf die kommenden zwölf Monate in Industrie, Handel und Logistikdienstleistung sind die Erwartungen gleichermaßen nach oben gerichtet. Alles in allem berichten die Dienstleister von einer guten Auftragslage und insbesondere von einem starken Auftragseingang aus dem Ausland, mit Ausnahme des Seefrachtbereichs. Aufgrund der steigenden Nachfrage spüren Industrie und Handel eine Verknappung der Logistikkapazitäten. Logistikdienstleister gehen sogar davon aus, dass wieder neues Personal eingestellt werden muss.

Neben der Suche nach qualifiziertem Personal setzen die Unternehmen des Wirtschaftsbereichs auch verstärkt auf Markenführung. Das Ergebnis zum Logistik-Indikator zeigt auf, dass Aufbau und Pflege von Unternehmensmarken als strategisches Thema erkannt worden ist und überwiegend auf Top-Managementebene vorangetrieben wird. So ist es selbstverständlich, dass ein einheitlicher Unternehmensauftritt erfolgt, Führungskräfte sind mit dem Unternehmensleitbild identifizieren und die Mitarbeiter als geschätzte Botschafter ihres Unternehmens und der Marke verstanden werden.

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D.Sarikaya