GII 2016: Deutschland schafft den Sprung in die Top 10

Autor: Marc Kloepfel
Datum: 17.08.2016

Global Innovation Index bewertet Innovationsfortschritt von 128 Ländern

Kürzlich wurde der diesjährige Global Innovation Index (GII) veröffentlicht. Seit 2007, somit bereits zum 9. Mal, ermittelt der Global Innovation Index ein Ranking von Ländern in Hinsicht auf deren jeweiliges Innovationspotenzial. Ziel der Auflistung ist eine globale Optimierung der vielfältigen Innovationsfaktoren und daraus resultierend eine Stärkung des Wachstums, der Produktivität und des Arbeitsmarktes. Im Jahr 2016 berücksichtigt der Index 128 Länder, was 92,8% der Weltbevölkerung und 97,9% des weltweiten Gesamt-Bruttoinlandsproduktes entspricht.

Bewertungsverfahren

Das Bewertungsverfahren beruht auf insgesamt 82 Innovationsindikatoren. Aufgeteilt in sieben Säulen, welche wiederum den Innovation Input Sub-Index (bestehend aus Institutionen, Humankapital und Forschung, Infrastruktur, Marktreife und Unternehmensreife) sowie den Innovation Output Sub-Index (bestehend aus Wissensstand und kreativem Output) bilden, basiert das Ranking auf Faktoren wie der politischen Situation, dem Bildungsstand, der allgemeinen Infrastruktur, dem Forschungsfortschritt oder der digitalen Kreativität. Die Punktzahl (von 0 bis 100) entsteht schließlich aus dem Durchschnitt von Innovation Input und Innovation Output Sub-Index. Darüber hinaus ermittelt das Ranking die sogenannte „Innovation Efficiency Ratio“, welche Input und Output in Relation zueinander betrachtet.

Global Innovation Index

Global Innovation Index

Die Top 10

Das Ergebnis der letzten Jahre bestätigend, findet sich die Schweiz auch in diesem Jahr, und damit zum sechsten Mal in Folge, auf dem ersten Platz wieder. Mit einem Ergebnis von 66,28 aus 100 möglichen Punkten, dominiert sie die meisten Unter-Kategorien und kann auch mit einer weit über dem Median von 0,65 liegenden Innovation Efficiency Ratio (0,94) überzeugen. Den zweiten Platz des Gesamtrankings belegt Schweden mit 63,57 Punkten und damit fast drei Punkten weniger als die Schweiz. Die nur zehntplatzierte Efficiency Ratio von 0,86 wird durch Erfolge in den Unterkategorien ausgeglichen. Das Vereinigte Königreich vervollständigt die Top 3 und beweist einen rundum soliden Innovationsfortschritt. Deutschland hingegen befindet sich lediglich auf Platz 10 und schafft somit knapp den Sprung von Platz 12 im letzten Jahr in die Top 10 dieses Jahres. 57,94 Punkte verbucht die Bundesrepublik, dazu eine Efficiency Ratio von 0,87. Weitere Top 10-Ergebnisse erreichten die USA, Finnland, Singapur, Irland, Dänemark und die Niederlande.

Global Innovation Index Top 10

Global Innovation Index Top 10

Abgeleitete Erkenntnisse

Im Zuge der Untersuchung formuliert der Index sechs zentrale Erkenntnisse und Herausforderungen für die Innovation.

  • Um ökonomisches Wachstum weiterhin zu garantieren, muss Geld in Forschung und Entwicklung sowie Innovation investiert werden. Im Laufe der Jahre wurde innerhalb des Index klar, dass sowohl Dauerbrenner wie die Schweiz als auch aufstrebende Länder wie China durch ihre Investitionen in Innovation profitierten.
  • Es wird eine globale auf Innovation ausgerichtete Denkweise benötigt, ergänzt durch ein den Gedanken unterstützendes Gerüst mit innovationsbewusster Steuerung.
  • Weltweit wird Innovation immer erfolgreicher angewandt. Auch asiatische Länder nehmen nun die Plätze neben den altbekannten europäischen und nordamerikanischen Ländern ein.
  • Es existiert kein festes, mechanisches Konzept, welches sichere und zukunftsbestimmende Innovationen garantieren könnte. Der qualitative Wert einer Innovation übersteigt den quantitativen Wert und dient als Erfolgsindikator.
  • Subsahara-afrikanische Länder schneiden von Jahr zu Jahr besser ab. Länder wie Kenia, Malawi, Ruanda oder Uganda, welche oftmals Öl-Importeure sind, erreichen bessere Ergebnisse, als ihr Entwicklungsfortschritt es vermuten lassen würde.
  • Trotz des vorhandenen Innovationspotentials in Lateinamerika stagniert der Platz im Ranking für die entsprechenden Länder. Ökonomische Turbulenzen stellen hier abschreckende Risiken dar.

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M.Kloepfel