Fraunhofer IAO untersucht digitale Transformation in Chemie- und Pharmabranche

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 29.07.2016

Bis Ende des Jahres sollen Status Quo und Entwicklungsprognosen erstellt werden

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation will im Laufe des Jahres anhand einer Studie der Frage nachgehen, welche Auswirkungen digitale Transformation auf die Arbeit in Chemie- und Pharmaunternehmen hat. Insbesondere in Baden-Württemberg bildet die Chemie- und Pharmabranche einen wichtigen wirtschaftlichen Pfeiler, doch der Einfluss der Digitalisierung ist laut den Experten des Fraunhofer Instituts oftmals noch nicht greifbar.

Die hohe Bedeutung der Chemie- und Pharmaunternehmen für das Land Baden-Württemberg wird schnell klar, wenn man die von den Chemie-Verbänden Baden-Württemberg zur Verfügung gestellten Zahlen betrachtet. Rund 38,6 Milliarden Euro Umsatz in 441 Unternehmen mit insgesamt 107.000 Mitarbeitern erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr. Die Chemie- und Pharmaunternehmen müssen ihre Rolle als Innovations- und Technologieführer weiter festigen, und das gelingt lediglich durch die Integration digitaler Prozesse und Geschäftsmodelle, wie das Fraunhofer Institut erklärt. Um dies zu unterstützen, will das Institut digitale Transformation im Hinblick auf Arbeit und Arbeitsgestaltung untersuchen. So sollen bevorstehende Entwicklungen prognostiziert und im Vorhinein bewertet werden. Mit der Studie „Digitalisierung und Arbeit in Chemie- und Pharmaunternehmen in Baden-Württemberg“ sollen nun die Auswirkungen ermittelt und bestimmte Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, der Arbeitgeberverband Chemie und der IG Bergbau, Chemie, Energie fördern das Vorhaben.

Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, sollen Befragungsgruppen aus Geschäftsführern und Vorständen, Beschäftigten aus Bereichen wie Produktion und Einkauf sowie Betriebsräte zusammengestellt und befragt werden. Folgende Fragen sollen dabei unter anderem beantwortet werden:

  • Wie bewerten diese Befragungsgruppen digital vernetztes Arbeiten?
  • Welche Probleme sehen sie bei der Umsetzung in neue Formen des Arbeitens?
  • Welche Rolle spielen dabei Faktoren wie Unternehmensgröße, Kunden und Lieferanten oder die bisherige Auseinandersetzung mit dem Thema?

Abgerundet wird das Ergebnis durch gezielte Experteninterviews mit Managern und Betriebsräten, um schließlich die Ist-Situation zu ermitteln und letztendlich Potenziale zu identifizieren. Die Studie soll bis Ende des Jahres laufen.

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R.Windmueller