Einkauf 4.0 in Unternehmen vernachlässigt

Autor: Marc Kloepfel
Datum: 19.11.2015

Um Industrie 4.0 in den Wertschöpfungsprozess hinein zu integrieren, muss der Einkauf dementsprechend angepasst werden. Die Lieferanten-Kunden-Beziehung in den Unternehmen wird mittlerweile vielschichtiger. In der Praxis ist dies jedoch noch nicht sehr verbreitet. Gründe für zurückhaltende E-Supply-Chain Lösungen in Deutschland sind aufwendige und ungeeignete Einkaufslösungen bei Lieferanten. Doch nicht immer sind aufwendige E-Procurement- und Enterprise Ressoucre Planning (ERP) Lösungen von Nöten. Flexible IT-Lösungen ermöglichen es, durch Automatisierung elektronische Lieferketten zu optimieren und gleichzeitig kleinere Zulieferer zu berücksichtigen.

Das Whitepaper

 
Das Whitepaper (Überblick von Leistungen) „E-Procurement-Optimierung in der Fertigungsindustrie“ setzt sich mit elektronischen Lieferketten in der Fertigungsindustrie auseinander. In diesem Zusammenhang entstand die fachliche Zusammenarbeit der Netfira GmbH und des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk. Es geht in diesem Fall um verschiedene Lieferketten und den damit verbundenen Einkauf 4.0.

Mehr Zeit für strategische Aufgaben

 
In vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Fertigungsindustrie ist der Aufwand enorm, da der Bezug von hochwertigen Vorprodukten, Materialien und Waren dort stattfindet. Preisvergleiche, Identifikation von Quellen, Verhandlungen und Lieferantenkontrollen sind hier das entscheidende. Viele dieser Anwendungen können durch Tools und Apps elektronisch abgewickelt werden und bei der Automatisierung helfen. So würde der Einkauf entlastet werden und die Einkäufer könnten mehr Zeit zur strategischen Entscheidungsfindung beitragen.

Trotz der vielen Tools und den unterstützenden Funktionen werden Bestellungen bei Unternehmen immer noch über Telefon, Fax oder E-Mail getätigt. Laut einer BME Studie sehen ein Drittel der Unternehmen keine Relevanz, dies zu ändern. Ein Drittel hingegen hat die Relevanz der Tools zwar bestätigt, jedoch werden diese nicht eingesetzt. Diese Tatsache ist unzureichend zur Optimierung der Wertschöpfungskette, da manuelle Abläufe Zeit und Marge kosten. Eine Automatisierung würde in der Fertigungsindustrie hingegen den zeitlichen und monetären Aspekt vereinfachen. So werden Unterschiede bei Prozesskosten deutlich. Bei Unternehmen, die ohne Automatisierung einkaufen, fallen Kosten bis zu 200 Euro an. Wird eine Bestellung mit E-Procurement-Lösungen angeboten, betragen die Kosten lediglich 100 Euro.

Flexible Lösungen für sämtliche Größenordnungen

 
Elektronische Lieferantenbindung bleibt weiterhin eher die Ausnahme, als die Regel. Das liegt zum einen daran, dass E-Procurement-Lösungen aufwändig und unübersichtlich sind und zum anderen ist die Einführung und Wartung sehr teuer und deckt nur einen Teil der Funktionalitäten ab. Besonders für kleinere Unternehmen jedoch gibt es eine Vielzahl von Tools, die in Bestell- und Einkaufsprozesse integriert werden können. Durch eine einmalige Investition können also sowohl für größere, als auch für kleinere Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch eine Digitalisierung der Wertschöpfungskette erzielt werden.

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M.Kloepfel