DIHK-Chef: Deutsche Wirtschaft mit „guter Lage, aber verhaltenen Erwartungen“

Autor: Duran Sarikaya
Datum: 10.02.2016

DIHK-Umfrage prognostiziert ein deutsches Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent für 2016

Erneut hat der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rund 27.000 mittelständische Unternehmen zu ihrer Geschäftslage und den Erwartungen an die Zukunft befragt. Während allerdings die globale Konjunktur durch diverse Krisen und abstürzender Börsen gefährdet ist, bleibt Deutschland unbeeindruckt. So erwartet die deutsche Wirtschaft für das Jahr 2016 ein solides Wachstum von 1,3 Prozent, wie der DIHK seine Prognose vom Herbst bestätigte. „Der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und die günstige Finanzierungssituation bieten den Unternehmen ungewöhnlich gute konjunkturelle Rahmenbedingungen“, so Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Für ihn sei ein Schluss von Börsenabstürzen auf einen Konjunktureinbruch momentan zu voreilig. Die befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als überaus positiv, blicken aber nicht vollkommen optimistisch in die Zukunft. „Wir haben eine super Lage, aber verhaltene Erwartungen“, sagte Wansleben.

In Bezug auf die aktuelle Debatte zum Thema Grenzschließungen warnt Wansleben: „Als Deutschland leben wir von offenen Grenzen“. Als Folge einer Grenzschließung sieht er den Verlust von Geld sowie Arbeitsplätzen. Insbesondere die Schwäche der Finanzinstitute verunsichert den Mittelstand. Wansleben spricht von „unterschiedlichen Instabilitäten“ in der Finanzbranche als „flächendeckendes Phänomen“. Das größte Risiko sehen die Befragten in der Wirtschaftspolitik der schwarz-roten Bundesregierung, welche ihre Wachstumsprognose für 2016 leicht gesenkt hatte, jedoch immer noch bei einem Wert von 1,7 Prozent liegt. Der internationale Währungsfonds (IWF) prognostizierte ein Wachstum von 1,7 Prozent und der Bundesverband der deutschen Industrie lag sogar bei 1,9 Prozent. Bei 1,3 Prozent liegt, genau wie der DIHK, die Commerzbank.

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