Brexit: Studie untersucht Folgen des bevorstehenden Urteils

Autor: Christian Fischer
Datum: 15.06.2016

30% der Unternehmen erwarten negative Auswirkungen auf ihr Geschäft

In einer Woche, am 23. Juni, entscheidet sich, ob Großbritannien der EU erhalten bleibt oder ob ein Austritt bevorsteht. Welche Folgen ein Austritt für Unternehmen hätte untersucht eine neue Studie des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) gemeinsam mit der Unternehmensberatung Deloitte. Der Studie nach geben zwei Drittel (64%) der Befragten an, dass sie die potentiellen Auswirkungen eines Brexits für das eigene Unternehmen nicht kennen. 30% sind sich sicher, dass ein Brexit negativ auf ihr eigenes Geschäft Einfluss nehmen würde.

„Die Verunsicherung der deutschen Wirtschaft über die zukünftigen Geschäftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich sind mit den Händen zu greifen. Um solche Unsicherheiten in Zukunft zu vermeiden, werden wir uns alle auf dem Kontinent die Fragen stellen müssen, welche die Briten sich auch gestellt haben – nämlich über das Verhältnis von zentraler politischer Entscheidung in Brüssel und einer verbleibenden restlichen nationalen Entscheidungssouveränität“, so BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.

Laut der Studie prophezeien 71% der Befragten verstärkte Unsicherheit an Finanzmärkten und 60% steigende Kapitalmarkt- und Wechselkursvolatilität. Gleichzeitig erwarten 43% der Unternehmen steigende Zölle für deutsche Exporteure.

„Fast die Hälfte der Unternehmen befürchtet höhere Komplexität und steigende Kosten durch einen Brexit. Erstaunlicherweise haben sich bislang nur 29% der befragten Firmen – vor allem aus dem Finanzbereich – auf diese Situation vorbereitet. Unternehmen aus allen potenziell betroffenen Branchen sollten sich auf mögliche Szenarien vorbereiten, um die Auswirkungen auf das eigene Geschäft steuern zu können: Verminderte Exportchancen, neue Risiken und eine Überprüfung der Wertschöpfungsketten und strategischen Investitionen sind nur einige der möglichen Herausforderungen eines Brexit für Unternehmen“, betont Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte.

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