BME: Einkäufer müssen sich auf steigende Rohstoffpreise einstellen

Datum: 05.04.2016

Einkaufsmanager-Index zeigt für den März weiter negative Entwicklungen

Erneut hat der BME seinen Einkaufsmanager-Index (EMI), einen Indikator zur deutschen Wirtschaftsentwicklung, veröffentlicht. Mit 50,7 Punkten stand dieser im März auf dem zweitniedrigsten Wert seit 16 Monaten. Zu beachten ist hier, dass die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten, also gefährlich nah, liegt. Über 500 Unternehmen befragte man im Zuge des EMI zu der deutschen Konjunkturlage.

„Der seit Februar sinkende EMI ist sicherlich nur Ausdruck einer leichten konjunkturellen Delle und nicht Vorbote für einen möglichen Abschwung. Dafür ist die Binnennachfrage zu stark“, beruhigt Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), besorgte Stimmen. Gleichzeitig seien die Einkaufspreise im März auf Grund der weiter zurückgehenden Energie- und Rohstoffpreise wieder gesunken. Auf lange Sicht empfiehlt Feldmann allerdings, dass sich Einkäufer auf steigende Rohstoffpreise einstellen sollten.

„Ein kleiner Schritt – aber in die richtige Richtung. Zwar ist der EMI im März nur wenig angestiegen, aber immerhin ist die Richtung aufwärts. Die Rahmenbedingungen für eine sich im laufenden Jahr bessernde Konjunktur sind aber gar nicht so schlecht“, sagt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. „Insbesondere unsere wichtigste Exportdestination, die USA, zeigt sich sehr dynamisch. Aber sowohl die Nummer drei, Großbritannien, als auch die Nummer fünf, China, verunsichern derzeit noch“, ergänzt Traud.

Die Industrieproduktion konnte ihren Durchschnittswert von 53,7 Punkten nicht erreichen und lag, trotz neu eingegangener Bestellungen, sogar deutlich darunter. Auch der Auftragseingang verbesserte sich nicht, sondern schwächte zum dritten Mal in Folge ab und liegt nun nur noch knapp über der Wachstumsgrenze. Durch Personalabbau im Investitionsgüterbereich und die Nicht-Verlängerung von Zeitarbeitsverträgen sank auch die Beschäftigung erneut. Die Einkaufs- und Verkaufspreise sanken dank niedriger Energie- und Rohstoffpreise.

Quelle: BME

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O.Cetinkaya