2. Balkan-Sourcing-Konferenz schafft neue Kontakte

Autor: Ralf Windmüller
Datum: 13.06.2016

Über 500 B2B-Gespräche erfolgten

Mehr als 400 Teilnehmer nahmen vergangene Woche an der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz in der IHK zu Dortmund teil und zogen ein positives Fazit. „Über 45 deutsche Einkäufer trafen sich mit 125 ausgewählten Lieferanten aus Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Serbien, Kroatien, Mazedonien und Albanien“, informierte Olaf Holzgrefe, Leiter International Business Development & Affairs des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Zudem nutzen zehn weitere deutsche Unternehmen die Chance direkte Firmenkontakte zu den Teilnehmern aufzubauen. Letztendlich kamen insgesamt mehr als 500 B2B-Gespräche zustande. Die zweite Balkan-Sourcing-Konferenz wurde von BME, BMWi, BMZ, GIZ sowie, stellvertretend für den DIHK, von der AHK Serbien und der IHK zu Dortmund organisiert.

„Bereits die Auftaktveranstaltung in München 2015 mit 22 deutschen Unternehmen und insgesamt 250 Teilnehmern war ein großer Erfolg. Ein Jahr später konnten wir jetzt in Dortmund bereits über 400 Teilnehmer begrüßen“, sagte der stellvertretende BME-Vorstandsvorsitzende Dr. Silvius Grobosch am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede. „Die meisten von ihnen knüpften – wie schon im Vorjahr – nicht nur erste Geschäftskontakte, sondern vereinbarten auch konkrete Aufträge“, ergänzte Grobosch. Diesbezüglich ziehen die Veranstalter ein eindeutig positives Resümee. Der Beschaffungsmarkt Balkan habe für deutsche Einkäufer in der Vergangenheit dank der Kostenvorteile und des gutes technischen Niveaus der Lieferanten enorm an Bedeutung dazugewonnen. „Wir sind mit Verlauf und Ergebnis der erneut als Reverse Messe konzipierten Fachveranstaltung sehr zufrieden“, so Grobosch und fügt weiter an, dass die „Einkaufsinitiative Westbalkan“ zeige, dass „der Einkauf Brücken bauen kann.“

Der BME hat bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit der Auslandshandelskammer positive Erfahrungen mit der Zusammenführung deutscher Einkäufer mit südosteuropäischen Lieferanten gesammelt. Mit der „Einkaufsinitiative Westbalkan“ schaffte der Verband eine Plattform zum Matchmaking und Networking für seinen Partner und Mitglieder um mit ausländischen Geschäftspartnern in Kontakt zu treten. Grobosch: „Damit leisten wir nicht nur einen konkreten Beitrag zur Völkerverständigung, sondern treten aktiv für offene Grenzen und freien Warenverkehr in Europa ein. Dies ist gleichzeitig Ausdruck der weiteren Internationalisierung unseres Verbandes.“

Im Vorfeld der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz hob der Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Joachim Fuchtel, hervor, dass die Einkaufsinitiative eine ganz konkrete Unterstützung für die Unternehmen sei: „Neue Märkte zu finden ist gerade für kleinere Unternehmen schwierig. Wir bringen direkt die Anbieter vom Westbalkan mit potenziellen Kunden zusammen. Und wir fördern so innovative Unternehmen aus der Maschinen- und Automobilzulieferindustrie aus Südosteuropa in ihrem Wachstum und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für qualifizierte junge Menschen vor Ort.“

Die seitens des BME initiierte und vom BMZ finanzierte Veranstaltung soll Unternehmen des Westbalkans einen schnelleren Zugang zu den europäischen Absatzmärkten verhelfen. Dies schafft lauf BMZ-Angaben „Arbeitsplätze in der Region und Bleibeperspektiven für die immer noch von Armut und hoher Arbeitslosigkeit geprägte Region im Südwesten des Kontinents. Um den Menschen Hoffnung zu geben unterstützt das BMZ die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort darüber hinaus mit Beratung und günstigen Krediten für kleine und mittlere Unternehmen.“

Als regionaler Gastgeber zog auch die IHK ein positives Veranstaltungsfazit. „Unsere IHK ist Schwerpunktkammer für Serbien und unterhält sehr gute Kontakte zu den Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik auf dem Balkan. Insofern freuen wir uns außerordentlich, dass wir mit dieser Veranstaltung die Teilnehmerzahlen des Vorjahres deutlich übertroffen haben“, erklärte Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund. Für eine Vielzahl der Unternehmen aus der Umgebung habe sich die Westbalkan-Region in den vergangenen Jahren zu einem sehr attraktiven Markt mit vielfältigen Entwicklungschancen entwickelt. Die große Bedeutung der Außenwirtschaft spiegelt der Erfolg der Konferenz wieder. Ehrich: „Wir sind froh, mit den Landesgesellschaften NRW.INVEST und NRW.International starke Partner an unserer Seite zu haben.“

Neben der „Einkaufsinitiative Westbalkan“ richtet der Verband sein Augenmerk auch auf die Länder Mittel- und Osteuropas. Nach vorangegangenen Kongressen wird in diesem Jahr, am 19. Oktober in Prag, wieder ein „CEE Procurement & Supply Forum“ geben.

Written by

R.Windmueller