Wie gut haben die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie ihre Gewinnmargen im Griff?

Kloepfel Consulting hat jüngst unter 94 Einkäufern mittelständischer Lebensmittel- und Konsumgüterproduzenten eine Umfrage mit der Leitfrage „Wie gut haben die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie ihre Gewinnmargen im Griff?“ durchgeführt.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Kostensteigerungen

Unternehmer sehen Rohstoff- und Materialpreise in der Zukunft im Aufwärtstrend. Im Bereich Logistik rechnen 66% der Befragten mit steigenden Preisen. Jeder Zweite der Befragten geht davon aus, dass Verpackungen teurer werden.

Kostensteigerungen weitergeben

Drei Viertel gehen davon aus, Kostensteigerungen nur wenig bis mäßig an Kunden weitergeben zu können. Jeder Zehnte meint dies sei doch möglich.

Einsparpotenziale

Nur 16%  sehen bei den Logistikkosten ein gutes Einsparpotenzial. Knapp jeder Zehnte rechnet bei Rohstoffen und Materialien mit guten Einsparmöglichkeiten. Nur 14% rechnen im Bereich Verpackungen damit. Einsparpotenzial in der Produktion sehen knapp 15% der Befragten. Einsparpotenziale bei indirekten und Gemeinkosten geben knapp 12% mit einem guten, knapp jeder Zehnte mit einem hohen und 3% mit einem sehr hohen Ergebnis an.

Gefahren für die Unternehmen

Über 60% sehen eine mäßige bis hohe Gefahrenquelle bei der Lieferantenmacht für ihr Unternehmen. Knapp 66% sehen die Macht des Handels als hohes bis sehr hohes Risiko an. Etwa ebenso viele sorgen sich um die hohen Rohstoffpreise. Die Marktmacht der Konsumenten geben mit knapp 32% deutlich weniger Befragte als eine Gefahr an. Gut jeder Dritte macht sich um die Vergabe von Krediten bzw. die Refinanzierung Sorgen.

Wettbewerbssituation

Über die Hälfte der Unternehmen sehen sich besser als der Wettbewerb aufgestellt.

Stellung des Einkaufs

41% der Unternehmen beziehen den Einkauf stark bis sehr stark in die Unternehmensplanung ein. Nur jedes dritte Unternehmen schult seine Einkäufer häufig bis laufend. In über einem Drittel der Unternehmen wird der Einkauf zentral gesteuert, knapp 30% trennen den Einkauf nach Warengruppen.

Lieferantenmanagement

Die Leistungen der Lieferanten messen knapp 60% der Unternehmen oft bis laufend. Jedes zweite betrachtete Unternehmen ist mäßig bis kaum vor Lieferantenausfällen geschützt. Rund 42% der Unternehmen beziehen ihre Lieferanten stark bis sehr stark in die Produktenwicklung ein.

Einkaufsgemeinschaften

Knapp zwei Drittel führen keine Einkaufskooperationen zur Kostensenkung durch.

Fazit

Marc Kloepfel, Geschäftsführer von Kloepfel Consulting: „Die Unternehmen stehen den Kostensteigerungen auf Seiten der Rohstoffe und Rohwaren oft machtlos gegenüber. Auf der anderen Seiten können sie Kosten nicht weitergeben. Aber sie haben Möglichkeiten, Gewinnmargen abzusichern oder zu verbessern. So zeigt die Erfahrung, dass Lebensmittelproduzenten im Bereich Hilfs- und Betriebsstoffe bis zu 16% einsparen können. Bei Logistikkosten können bis zu 13% und bei Verpackungen z. B. durch Benchmarking, Bündelungen und Wertanalysen bis zu 17% eingespart werden. Wie die Umfrage zeigt, führen zwei Drittel der Unternehmen keine Einkaufskooperationen durch. Alleine durch Einkaufskooperationen könnten Unternehmen bis zu 5% alleine bei Rohwaren und 8% bei Hilfs- und Betriebsmitteln einsparen. Zudem zeigt die Studie, dass sich die Unternehmen besser vor Lieferantenausfällen schützen müssen. Auch hier bieten Einkaufskooperationen Möglichkeiten.“

Foto: © Marco2811 – Fotolia.com

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