Einkauf in China realisiert Einsparungen

China ist noch immer das Land, das für Einsparungen im Einkauf steht. Eine aktuelle Befragung belegt die Bedeutung Chinas als Beschaffungsland.

Für den Einkauf in China ist das Kostenargument ausschlaggebend. Ausnahmslos jeder Einkäufer verspricht sich dadurch Einsparungen im Einkauf. Dies ergab eine Befragung von Kloepfel Consulting, wonach jeder befragte Einkäufer dies als Grund für den Einkauf in China angab. Insbesondere in der Automobilproduktion dominiert das Argument günstiger Preise. „Die Preise sind immer noch wettbewerbsfähig“, sagt ein hessischer Zulieferer. In Konkurrenz mit Osteuropa könne China sich durchaus behaupten. Ein weiteres Argument für den Einkauf in China ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Lieferanten. Für 68 Prozent der Einkäufer zählt die Verbreiterung der Lieferantenbasis als wichtiges Argument. Jeder zweite Einkäufer ist auf dem Beschaffungsmarkt China aktiv.

Ähnlich sieht es deutschlandweit aus. China liegt nach Angaben von Germany Trade and Invest unter den Beschaffungsmärkten der deutschen Einkäufer an zweiter Stelle. Haupteinfuhrgüter aus China sind mit 30,6 Prozent elektronische Teile, gefolgt von Textilien und Bekleidung mit 13,2 Prozent im vergangenen Jahr. Allerdings sinkt das Beschaffungsvolumen in China seit einigen Jahren. 2013 gingen die deutschen Einfuhren aus China um 6,5 Prozent auf 73,4 Milliarden Euro zurück. Dieser Rückgang übertraf noch den Rückgang der EU-Einfuhren aus China, die um 4 Prozent zurückgingen.
Einkauf von Endprodukten an erster Stelle

Um sich weiterhin zu behaupten, ist China auf dem Wege, flächendeckend Automatisierungstechniken einzusetzen. „Allerdings ist das nicht ganz einfach, weil einerseits branchenbedingt ein hoher Automatisierungsgrad nicht möglich ist wie zum Beispiel bei Bekleidung, anderseits auch hohe Investitionen getätigt werden müssen“, schränkt Minrui Ji, General Manager von Inverto China, ein. Es ist ein Wandel eingetreten von der stark investitionsgetriebenen Entwicklung hin zur technologisch getriebenen. Insbesondere Endprodukte oder Handelsware dominieren den Einkauf in China. 58 Prozent entstammen dieser Kategorie in der Klöpfel-Befragung, gefolgt von Bauteilen und Komponten.

Damit einher geht auch ein stärkeres Qualitätsbewusstsein. „Die Qualitätsansprüche werden zunehmend eingehalten“, bestätigt Christian Satzek, Strategischer Einkaufsleiter von Stabilus. Seit fast zehn Jahren kauft der Hersteller von Gasdruckfedern in China ein, darunter Einzelteile aus Metall und Kunststoff für die Serienproduktion der Gasfedern. „China hat immer noch das Lohnniveau eines Low-Cost-Countries“, sagt Satzek. Damit bleibt der Markt für ihn weiterhin sehr interessant: „Wir sind momentan in China sehr gut unterwegs.“

Stärkeres Bewusstein für Innovationen

Ein zweites Standbein in der Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft ist die Umwelttechnologie. Insbesondere in der Automobilproduktion werden umweltschonende Techniken stark gefördert. Der aktuelle Fünf-Jahres-Plan benennt als strategische, neue Industrien alternative Energieträger und Antriebstechnologien sowie Umweltschutztechnologien und Energieeinspartechniken.Die Hinwendung zu mehr Innovationen wird auch von hiesigen China-Experten beobachtet. „Es kommen immer wieder gute Vorschläge von den Lieferanten“, hat Satzek beobachtet.

Ein Manko sieht der Einkaufsleiter in regionalen Engpässen der Energieversorgung. „Das eine oder andere Werk muss plötzlich die Produktion einstellen weil eine ausreichende Stromversorgung nicht durchgehend gewährleistet ist.“ Das kalkuliert er in seiner Lieferkette mittlerweile ein. Insbesondere in ländlichen Regionen oder kleineren Städten drohe dieses Szenario.

Quelle: www.marktundmittelstand.de

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