Trends & Entwicklungen für den Beschaffungsmarkt 2015

Kloepfel Magazin Dezember 2014

© Gajus - Fotolia

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Wie wird sich die Konjunktur in 2015 entwickeln und welche Maßnahmen sollten ergriffen werden?

Trotz der Krisen in Russland, der Ukraine oder dem Nahen Osten stiegen die Preise für Rohstoffe nicht an. Dennoch schätzen deutsche Unternehmen die Wachstumsaussichten für 2015 eher negativ ein. Einkäufer sollten ihr Risikomanagement an die Möglichkeit ansteigender Rohstoffpreise anpassen. Um Schwankungen, Wandel der Märkte und branchenspezifische Veränderungen entgegenzuwirken, ist eine breite Kundenbasis zwingend notwendig. Zudem können einzelne Branchen oder Regionen, die von Konjunkturschwankungen betroffen sind, durch Wachstum in anderen Bereichen kompensiert werden.

Digitalisierung und Standardisierung in der Beschaffung

Aufgrund sich ständig ändernder Kundenwünsche, ist der Einkauf gezwungen sich noch intensiver mit den Themen wie Standardisierung und Digitalisierung zu befassen.
Die Standardisierung von Einkaufsprozessen und Produkten können erhebliche Kosten- und Zeitersparnisse hervorrufen, zudem ermöglicht es eine höhere Qualität der Beschaffungsfunktion. Beispielsweise können Kosten durch Nachfragebündelung und Ausnutzung von Synergieeffekten eingespart werden.

Die Digitalisierung von Einkaufsprozessen und Produkten ermöglicht Lieferanten und Kunden einen komfortableren Umgang miteinander. Beispielsweise können IT-Systeme, -Architekturen und –Verfahren durch State-of-the-Art-Konzepte ersetzt werden, um Innovationen wie digitale Erlebniswelten für Lieferanten und Kunden zu erweitern.

Kreativität durch Lieferanten

Vor einiger Zeit waren nur interne Forschung und Entwicklung für Innovationen zuständig. Mittlerweile lassen sich die Unternehmen immer mehr von der Kreativität und den Innovationen ihrer Lieferanten inspirieren, egal ob bei einzukaufenden Fertig- oder Halbfertigprodukten, bei Rohstoffen und Materialien oder auch bei Prozessen und Dienstleistungen. Wenn der Einkäufer es dann noch schafft, die Rahmenbedingungen für einen innovativen Einkauf zu setzen, dann entspringen die Innovationen nicht mehr allein von der Forschung und Entwicklung. Somit entwickelt sich der Einkäufer vom Preise-Drücker zum Innovator und Verkaufsförderer. Ein gut eingesetztes Innovationsmanagement in der Beschaffung kann unübersehbare Potenziale hervorrufen. Immer deutlicher werden die Unterschiede zwischen Unternehmen mit und ohne Innovationsmanagement im Einkauf.

Welche Strategien sind in der Beschaffung empfehlenswert?

Um Lücken in Lieferketten zu vermeiden und die globale Versorgungssicherheit zu erhöhen, sollten Unternehmen in der Nähe ihrer internationalen Produktionsstandorte das Supplier-Relationship-Management weiter ausbauen. So können Einkaufsprozesse weiter standardisiert und die Produktivität gesteigert werden. Des Weiteren sollten Verfahren wie Best-Practice, Total-Cost-of-Ownership und Wertanalyseprojekte genutzt werden, um die Beschaffungsaktivitäten zusätzlich zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auch der Weiterausbau von Kommunikationstools zu Lieferanten sollte nicht außer Acht gelassen werden. Beispielsweise kann ein gut strukturiertes Lieferantenmanagement alle Schritte von der Identifikation potenzieller Lieferanten über die Bewertung bis hin zur Kontrolle und Steuerung der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung umfassen. Just-in-Time-Konzepte oder gemeinsame Entwicklungen mit Lieferanten können beachtliche Erfolgspotenziale hervorrufen. Das Lieferantenmanagement ist die Weiterentwicklung der traditionellen Beschaffung und spielt heutzutage für Unternehmen eine wettbewerbsentscheidende Rolle.

Wie wird sich das Global Sourcing entwickeln?

Für die nächsten Jahre sehen Experten ein weltweites Wachstum vor allem in Asien und Amerika. Aber der Osteuropäische Beschaffungsmarkt macht auch deutliche Fortschritte in Sachen Qualität und gewinnt zunehmend an Bedeutung im Global Sourcing. Deswegen sollten Unternehmen ihre globale Präsenz erweitern und globalen Lieferantenstrategien in Kraft setzen.

Immer mehr Unternehmen folgen dem Go-local-Trend im globalen Einkauf. Einkaufsleiter sehen es vor ihre Produktionsstätte in der Nähe ihrer Lieferanten aufzustellen oder die globalen Lieferanten in unmittelbare Nähe der Produktionsstätte zubringen. So können Märkte entwickelt und Risiken und Verspätungen in Lieferketten deutlich reduziert werden.