Energierohstoffe, Getreide und Eisenerz verbilligten sich 2014 kräftig

Kloepfel Magazin Januar 2015

Meadow of wheat. © GIS – Fotolia

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Der HWWI-Rohstoffpreisindex auf US-Dollar-Basis ist im Jahresdurchschnitt 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 7 % gesunken. Auf Euro-Basis reduzierte er sich um 7,4 %. Wesentlicher Grund für diesen Rückgang war der gesunkene Ölpreis, da Rohöl im Index eine große Rolle spielt. So sank der Index für Rohöl um 7,2 % (in Euro: -7,7 %). Insgesamt reduzierte sich der Index für Energierohstoffe um 7,5 % (in Euro: -8 %), wobei sich Kohle um 15,1 % (in Euro: um -15,3 %) verbilligte. Kräftig gaben auch der Teilindex für Getreide um 20,8 % (in Euro: -21,2 %) und für Eisenerz/Stahlschrott um 19,6 % (in Euro: -19,9 %) nach. Der Index für NE-Metalle blieb nahezu unverändert gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013 und stieg nur leicht um 0,1 % (in Euro: +0,2 %). Dabei entwickelten sich die einzelnen Metalle im Index jedoch sehr unterschiedlich. Gegen den Trend fallender Rohstoffpreise im Jahre 2014 entwickelte sich der Index für Genussmittel, der um 20,2 % (in Euro: +20,2 %) zunahm.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex auf US-Dollar-Basis ist im Jahresdurchschnitt 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 7 % gesunken. Auf Euro-Basis reduzierte er sich um 7,4 %. Wesentlicher Grund für diesen Rückgang war der gesunkene Ölpreis, da Rohöl im Index eine große Rolle spielt. So sank der Index für Rohöl um 7,2 % (in Euro: -7,7 %). Insgesamt reduzierte sich der Index für Energierohstoffe um 7,5 % (in Euro: -8 %), wobei sich Kohle um 15,1 % (in Euro: um -15,3 %) verbilligte. Kräftig gaben auch der Teilindex für Getreide um 20,8 % (in Euro: -21,2 %) und für Eisenerz/Stahlschrott um 19,6 % (in Euro: -19,9 %) nach. Der Index für NE-Metalle blieb nahezu unverändert gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013 und stieg nur leicht um 0,1 % (in Euro: +0,2 %). Dabei entwickelten sich die einzelnen Metalle im Index jedoch sehr unterschiedlich. Gegen den Trend fallender Rohstoffpreise im Jahre 2014 entwickelte sich der Index für Genussmittel, der um 20,2 % (in Euro: +20,2 %) zunahm.

In den ersten beiden Quartalen 2014 bewegte sich der Brentpreis noch in einem engen Band zwischen 105 und 110 US-Dollar pro Barrel. Doch im Juni setzten kräftige Preisrückgänge ein, in deren Verlauf der Ölpreis bis Ende 2014 um mehr als 50 % fiel. Auslöser für den Preisverfall war ein Angebotsüberschuss auf dem internationalen Ölmarkt. Besonders außerhalb der OPEC konnte die Ölproduktion ausgedehnt werden. So konnte in den USA mithilfe des Frackings innerhalb der letzten Jahre die Ölproduktion um 4 Mio. Barrel pro Tag gesteigert werden. Infolgedessen verbesserte die USA ihre Position auf dem Ölmarkt, während die OPEC an Einfluss verlor. Einige Marktteilnehmer hatten die Erwartung, dass sich die Mitglieder der OPEC bei ihrer Sitzung Ende November 2014 entscheiden würden, ihre Ölförderung zu drosseln, um den Ölpreis wieder zu stabilisieren. Aber entgegen den Erwartungen verkündete der Generalsekretär der OPEC die Beibehaltung der Ölförderung bei 30 Mio. Barrel pro Tag. Daraufhin setzten sich die Preisrückgänge beim Öl kräftig fort. Damit hatte sich innerhalb der OPEC Saudi Arabien gegen Länder wie Venezuela und Iran durchgesetzt, die sich für eine Förderkürzung ausgesprochen hatten. Beide Länder benötigen schätzungsweise einen Ölpreis von über 120 US-Dollar um ihren Staatshaushalt zu finanzieren. Es wird ferner darüber spekuliert, dass Saudi Arabien versucht, über den niedrigen Ölpreis die US-amerikanische Fracking-Industrie unter Druck zu setzen, die Rohöl wesentlich kostenintensiver fördert. „Im Laufe des Jahres 2015 dürfte der Ölpreis aber auch wieder steigen,“ so Leon Leschus, Rohstoffexperte am HWWI, „da das Überangebot auf dem Ölmarkt aufgrund einer steigenden weltweiten Ölnachfrage und allmählichen Marktaustritten von unrentablen Ölproduzenten abnehmen dürfte. Außerdem gibt es in wichtigen Ölproduzentenländern Krisenherde, die zurzeit beim Preisverfall des Öls nicht berücksichtigt werden.“

Nachdem sich Kohle auch schon in den beiden Jahren zuvor kräftig verbilligte, hat sich der rückläufige Preistrend auch im Jahre 2014 fortgesetzt. Nachdem der Index für Kohle 2013 um 12 % (in Euro: -15 %) sank, reduzierte er sich 2014 nochmals um 15,1 % (in Euro: -15,3 %). Die fallenden Kohlepreise lassen sich zum einen auf die Frackingaktivitäten in den USA zurückführen und zum anderen auf das stark ausgedehnte Angebot wichtiger Kohleförderländer wie Australien. Das Fracking in den USA hat den internationalen Energiemarkt kräftig verändert. Die mithilfe des Frackings in den USA geförderten Gasmengen überschwemmten dort den Markt und führten zu kräftigen Preisrückgängen beim US-amerikanischen Umschlagplatz für Erdgas, dem Henry Hub in Louisiana. In der Folge wurde es in den USA lukrativer, Gas anstelle von Kohle zur Energieerzeugung zu verwenden. Die schwächere Kohlenachfrage führte dazu, dass sich Kohle verbilligte. Auf der Angebotsseite produzierte Australien große Mengen an Kohle, aber auch Eisenerz, in der Hoffnung auf eine starke Nachfrage aus China. China konnte die zusätzlichen Mengen an Kohle jedoch nicht aufnehmen, da sich die chinesische Konjunktur schwächer entwickelte als zuvor angenommen. Dies setzte nicht nur den Kohlepreis unter Abwärtsdruck sondern auch den Eisenerzpreis. Das Überangebot an Eisenerz führte dazu, dass der Preis in 2014 um 28,2 % (in Euro: -28,6 %) einbrach.

Der Index für Industrierohstoffe gab im Jahr 2014 vor allem aufgrund der niedrigeren Eisenerzpreise nach und sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 % (in Euro: -4,9 %). Bei den NE-Metallen verbilligten sich Kupfer um 6,2 % (in Euro: -6.2 %) und Blei um 2 % (in Euro: -2.2 %), während sich vor allem Zink um 13,4 % (in Euro: -13.4 %) und Nickel um 12,5 % (in Euro: -12.4 %) verteuerten. Der Preisrückgang beim Kupfer wurde ebenfalls durch Sorgen über die weitere Wirtschaftsentwicklung in China ausgelöst, das rund 40 % des weltweit gehandelten Kupfers nachfragt. Ähnliches gilt für Blei, das zu einem großen Teil für die Herstellung von Autobatterien verwendet wird. Beim Zink wirkten im Jahr 2014 die Sorgen über einen möglichen Angebotsengpass preissteigernd, weil sich in den nächsten Jahren die Zinkförderung in wichtigen Minen weitestgehend erschöpfen könnte. Auch die gesunkenen Zinklagerbestände trugen dazu bei, dass der Zinkpreis auf ein Dreijahreshoch anstieg. Preissteigernd bei Nickel wirkte sich vor allem der Exportstopp Indonesiens Anfang 2014 aus. Bis dahin war Indonesien der größte Exporteur von Nickelerzen. Ziel des Exportstopps war, dass die indonesische Wirtschaft stärker von der Weiterverarbeitung des Metalls profitieren sollte. Infolgedessen stieg der Nickelpreis zwischen Januar und dem Hochstand im Mai 2014 um gut 52 % (in Euro: +51,8%), da die Marktteilnehmer eine extreme Angebotsverknappung befürchteten. Im weiteren Verlauf des Jahres drückten jedoch Sorgen, dass sich die chinesische Nickelnachfrage zunehmend abschwächen könnte und die Tatsache, dass die Philippinen ihre Nickelproduktion stärker als vorhergesehen ausdehnen konnten, den Nickelpreis wieder nach unten.

Der Index für Nahrungs- und Genussmittel hat sich im Jahresdurchschnitt 2014 gegenüber dem des Vorjahres um 3 % (in Euro: -3,2 %) reduziert. Überaus gute Ernteaussichten in den USA lösten Mitte des Jahres starke Preisrückgänge beim Mais und bei Sojabohnen aus. Beim Mais rechnet das US-amerikanische Agrarministerium mit dem zweithöchsten Ertrag aller Zeiten, da sich die Pflanzen in einem sehr guten Zustand befänden. Auch der Weizenpreis geriet unter Abwärtsdruck, da das US-amerikanische Agrarministerium seine Schätzungen für die Anbauflächen in den USA anhob. Mitte Juli unterstützten Regenfälle im sogenannten Korngürtel der USA das Gedeihen der Pflanzen. Die guten Ernteaussichten, die sich auch erfüllten, führten dazu, dass von Anfang Mai bis Ende September 2014 der Index für Getreide um 42 % (in Euro: -28,8 %) fiel. Dagegen war Kaffee im HWWI-Rohstoffpreisindex der Rohstoff, der sich mit einem Plus von 30 % (in Euro: +30 %) im Vergleich zum Vorjahr am stärksten verteuerte. Dies lag vor allem an den Entwicklungen in Brasilien, das weltweit der größte Exporteur von Kaffee der hochwertigen Sorte Arabica ist. Die brasilianischen Kaffeebäume litten unter dem trockensten Jahresanfang seit mehreren Dekaden, wodurch eine Preisrallye beim Kaffee ausgelöst wurde. Von Anfang Januar 2014 bis zum Hochstand Ende April 2014 stieg der Preis für Rohkaffee um 70 % (in Euro: 67%). Im Laufe des Jahres korrigierte der Kaffeepreis wieder nach unten, als sich herausstellte, dass die Ernteausfälle weniger ausgeprägt waren als zunächst befürchtet.

hwwi-012015